Portugal von Nord nach Süd: 9 Ziele für deine Reise 🇵🇹

Portugal ist klein, aber extrem vielfältig. Zwischen dem grünen Norden und der kargen Südküste liegen nur etwa 550 Kilometer, und doch fühlt sich jede Region wie ein eigenes Land an. Diese 9 Ziele von Porto bis zur Algarve zeigen dir Portugal von seiner schönsten Seite. Das macht das Land perfekt für Rundreisen: Du kannst in einer Woche von Portwein-Kellereien zu Felsklippen und Surferstränden fahren, ohne dich im Auto zu verlieren. 🗺️

Warum eine Rundreise durch Portugal sich lohnt

Portugal ist eines der wenigen Länder in Europa, in dem du innerhalb kurzer Zeit komplett unterschiedliche Landschaften erlebst. Im Norden regnet es mehr, alles ist grün und hügelig. Im Süden, an der Algarve, dominieren trockene Hügel, rote Felsen und endlose Sandstrände. Dazwischen liegen das hügelige Lissabon, die Weinstraßen des Douro-Tals und die mittelalterliche Universitätsstadt Coimbra. Mit dem Verkehrsmittel oder Mietwagen bist du flexibel, die Entfernungen sind überschaubar. Eine gute Route führt dich in 7 bis 10 Tagen von Porto über das Douro-Tal und Lissabon bis an die Algarve. Du kannst die Reise aber auch in Etappen aufteilen und zum Beispiel nur den Norden oder nur den Süden erkunden. Wer gerne wandert oder surft, plant besser zwei Wochen ein. 🌍

Porto Ribeira mit Dom-Luís-Brücke

Porto: Mehr als nur Portwein

Porto ist die zweitgrößte Stadt Portugals und der perfekte Startpunkt für eine Rundreise. Die Stadt liegt am Fluss Douro, der hier in den Atlantik mündet. Das historische Zentrum gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Dein erster Weg sollte zur Ribeira führen, der bunten Uferpromenade, auf der du bei einem Kaffee den Booten zusiehst. Von hier aus lohnt sich der Aufstieg zur Dom Luís I-Brücke, die du zu Fuß überquerst. Auf der anderen Flussseite liegt Vila Nova de Gaia, wo die berühmten Portwein-Kellereien zu Hause sind. Du kannst dort an einer Kellereiführung teilnehmen und verschiedene Sorten verkosten. Eine Fahrt mit der historischen Straßenbahn Linha 1 entlang des Flusses ist ein gutes Mittel, um die Stadt aus einer anderen Perspektive zu sehen. 🚂

Das Douro-Tal: Weinterrassen und Flussfahrten

Etwa 100 Kilometer östlich von Porto beginnt das Douro-Tal, eine der ältesten Weinregionen der Welt. Die steilen Hänge sind mit Terrassenweinbergen bedeckt, auf denen seit Jahrhunderten Trauben für Portwein angebaut werden. Die beste Art, die Region zu erleben, ist eine Schifffahrt auf dem Fluss oder eine Fahrt mit dem historischen Zug von Porto nach Pinhão. In kleinen Dörfern wie Peso da Régua oder São João da Pesqueira findest du Quintas, also Weingüter, die Besucher empfangen. Viele bieten Übernachtungen und Weinproben an. Die Landschaft ist im Frühling am schönsten, wenn alles blüht, und im Herbst zur Weinlese, wenn die Blätter sich färben. Wer gut zu Fuß ist, kann auf einem der Wanderwege zwischen den Weinbergen unterwegs sein. Die Wege sind oft steil, feste Schuhe sind wichtig. 🍷

Aveiro: Das Venedig Portugals

An der Küste zwischen Porto und Lissabon liegt Aveiro, eine Stadt, die wegen ihrer Kanäle oft mit Venedig verglichen wird. Die Vergleiche hinken ein wenig, aber die bunten Boote, die hier „Moliceiros“ heißen, sind trotzdem ein Foto wert. Früher wurden mit ihnen Algen für die Felder transportiert, heute sind sie für Touristen unterwegs. Eine Bootsfahrt durch die Kanäle dauert etwa 45 Minuten und kostet ungefähr 10 Euro pro Person. Danach lohnt sich ein Spaziergang durch die Altstadt mit ihren Jugendstilhäusern, die mit Azulejos, also handbemalten Kacheln, verziert sind. In der Nähe von Aveiro liegt der Strand Costa Nova, der für seine gestreiften Fischerhäuser bekannt ist. Wenn du Zeit hast, miete ein Fahrrad und fahre die Küste entlang. 🚲

Algarve Steilküste mit Strand

Coimbra: Eine der ältesten Universitätsstädte Europas

Coimbra liegt auf halbem Weg zwischen Porto und Lissabon und ist seit dem 13. Jahrhundert Universitätsstadt. Die Universität selbst ist kein einzelnes Gebäude, sondern eine ganze Anlage auf einem Hügel über der Stadt. Du kannst die Bibliothek Joanina besichtigen, die zu den schönsten der Welt zählt, und den großen Universitätshof. In den engen Gassen der Altstadt gibt es viele Studentenkneipen, in denen du günstig essen kannst. Coimbra ist auch bekannt für seinen eigenen Fado-Stil, der melancholischer klingt als der in Lissabon. Wenn du Glück hast, findest du ein Konzert in einer der kleinen Bars. Ein Tipp: Der botanische Garten der Universität ist ideal für eine Pause vom Sightseeing. Er ist kostenlos zugänglich und meist nicht überlaufen. 🌿

Lissabon: Sieben Hügel, viele Aussichten

Lissabon ist die Hauptstadt und mit Abstand die größte Stadt des Landes. Sie ist bekannt für ihre steilen Gassen, die gelben Straßenbahnen und die vielen Aussichtspunkte, die Miradouros genannt werden. Plane mindestens zwei volle Tage für die Stadt ein. Beginne im Stadtteil Alfama, dem ältesten Viertel, und schlendere Richtung Castelo de São Jorge. Von dort hast du einen der besten Blicke über die Stadt. Ein Muss ist die Fahrt mit der berühmten Straßenbahnlinie 28, die durch die engen Gassen rumpelt. Sie ist oft voll, fahre also früh am Morgen oder steige an der Endstation ein. Für den Stadtteil Belém solltest du einen halben Tag einplanen. Dort stehen das Hieronymus-Kloster und der Torre de Belém, zwei Wahrzeichen der Stadt. Probiere in Belém ein Pastel de Nata, das berühmte Blätterteiggebäck mit Puddingfüllung, am besten in der ursprünglichen Bäckerei Pastéis de Belém. 🚋

Sintra: Märchenschlösser und Nebelwälder

Sintra liegt nur 30 Kilometer westlich von Lissabon und ist ein beliebter Tagesausflug. Die Stadt liegt in einer Hügellandschaft, die oft in Nebel gehüllt ist, was ihr etwas Mystisches gibt. Das bekannteste Bauwerk ist der Palácio da Pena, ein buntes Schloss im neoromantischen Stil, das auf einem Hügel thront. Gleich daneben liegen die Ruinen der Maurenburg, die du zu Fuß erreichen kannst. Der Eintritt für den Palast kostet etwa 14 Euro, die Warteschlangen können im Sommer lang sein. Kaufe dein Ticket am besten online im Voraus. In der Stadt selbst gibt es noch den Nationalpalast von Sintra mit seinen markanten Schornsteinen. Wer Zeit hat, kann auch die Quinta da Regaleira besichtigen, ein Anwesen mit geheimnisvollen Gärten, unterirdischen Tunneln und einem initiatischen Brunnen. Die Anreise ab Lissabon ist mit der Bahn ab dem Bahnhof Rossio unkompliziert. 🏰

Die Küste von Lissabon bis zur Algarve

Die Strecke zwischen Lissabon und der Algarve ist etwa 300 Kilometer lang und führt an einer abwechslungsreichen Küste entlang. Ein lohnenswerter Zwischenstopp ist die Stadt Setúbal, die für ihre Fischrestaurants bekannt ist. Von dort aus kannst du den Naturpark Arrábida besuchen, ein Gebiet mit türkisfarbenem Wasser und dicht bewachsenen Bergen. Weiter südlich liegt Sines, ein kleiner Hafenort, und dann kommt schon die Algarve. Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, nimm nicht die Autobahn A2, sondern die landschaftlich schönere Küstenstraße N120. Sie führt durch kleine Orte und bietet immer wieder Aussichtspunkte. Plane für diese Strecke einen ganzen Tag ein, wenn du unterwegs anhalten möchtest. Die beste Zeit für diese Route ist der Frühling oder der Herbst, wenn es nicht zu heiß ist. 🌊

Die Algarve: Strände, Klippen und Surferdörfer

Die Algarve ist die südlichste Region Portugals und das Ziel für Strandurlaub. Die Küste ist in zwei Teile geteilt: Im Westen, rund um Lagos und Sagres, gibt es wilde Felsklippen und große Wellen, die Surfer anziehen. Im Osten, rund um Faro und Tavira, liegen flache Sandstrände und Lagunen. Lagos ist der lebendigste Ort der Region, mit vielen Bars und Restaurants. Von dort aus kannst du die berühmten Felsformationen der Ponta da Piedade besichtigen, entweder zu Fuß oder per Bootstour. Ruhiger wird es in Tavira, einer hübschen Stadt mit einem Fluss, einer Burgruine und einem Strand, den du mit der Fähre erreichst. Wer es abgelegen mag, fährt weiter in den Westen nach Sagres, wo die Küste am rauesten ist. Dort findest du einsame Buchten und einen Leuchtturm am Ende Europas. Die Algarve ist im Sommer sehr voll, besonders im Juli und August. Wenn du es ruhiger magst, reise im Mai, Juni oder September. 🏖️

Fazit: Die perfekte Route für deine Portugalreise

Eine ideale Rundreise beginnt in Porto, führt dich ins Douro-Tal, dann an der Küste entlang über Aveiro und Coimbra nach Lissabon und weiter nach Sintra. Von dort geht es an die Algarve, wo du die Reise am Strand ausklingen lässt. Diese Route kannst du in 10 Tagen gut schaffen, wenn du pro Etappe nicht mehr als zwei Stunden fährst. Für eine Woche solltest du entweder den Norden oder den Süden weglassen. Ein Mietwagen gibt dir die meiste Flexibilität, aber auch mit dem Zug bist du gut unterwegs. Die wichtigsten Städte sind gut angebunden, nur auf dem Land wird es schwieriger. Informiere dich vor der Reise über die aktuellen Reiseorganisationbestimmungen beim Auswärtigen Amt und über die Verkehrsregeln in Portugal. So steht einem entspannten Urlaub nichts im Weg. 🌞

Häufige Fragen zur Portugalreise

Wie viele Tage sollte ich für eine Rundreise durch Portugal einplanen?

Für eine komplette Rundreise von Porto bis zur Algarve solltest du mindestens 10 Tage einplanen. Wenn du nur eine Woche Zeit hast, konzentriere dich entweder auf den Norden mit Porto und dem Douro-Tal oder auf den Süden mit Lissabon und der Algarve. Mehr Zeit lohnt sich, wenn du wandern oder ausgiebig an den Stränden entspannen möchtest.

Was ist die beste Reisezeit für Portugal?

Die beste Zeit ist der Frühling von April bis Juni und der Herbst von September bis Oktober. Dann sind die Temperaturen angenehm, die Städte weniger voll und die Preise niedriger als im Hochsommer. Im Juli und August ist es an der Algarve sehr heiß und überlaufen.

Ist Portugal ein teures Reiseziel?

Portugal ist günstiger als Deutschland, aber nicht mehr das Schnäppchenparadies von früher. Ein Essen im Restaurant kostet etwa 10 bis 15 Euro, ein Bier etwa 2 Euro. Die Preise in Lissabon und an der Algarve sind höher als im Landesinneren. Eine Übernachtung im Mittelklassehotel bekommst du ab etwa 70 Euro pro Nacht.

Komme ich in Portugal gut mit Englisch zurecht?

Ja, in den touristischen Gebieten und bei jüngeren Menschen kommst du mit Englisch gut zurecht. Auf dem Land und bei älteren Menschen wird es schwieriger. Ein paar Grundbegriffe auf Portugiesisch, wie „Bom dia“ für „Guten Tag“ und „Obrigado“ für „Danke“, öffnen aber viele Türen.

Sollte ich in Portugal ein Auto mieten oder mit dem Zug fahren?

Ein Mietwagen gibt dir die größte Flexibilität, besonders für die Algarve und das Douro-Tal. Die Autobahnen sind gut ausgebaut, aber mautpflichtig. Mit dem Zug erreichst du die großen Städte Porto, Lissabon und Faro bequem, aber ländliche Gegenden sind schwerer erreichbar. Für eine Rundreise ist der Mietwagen meist die praktischere Wahl.