Spanien ist mehr als Strand und Sangria. Die großen Städte des Landes haben jeweils eine eigene Logik: eigene Preise, eigene Essenszeiten, eigene Verkehrssysteme. Wer sie versteht, reist entspannter und billiger. Dieser Überblick zeigt dir sieben Städte, die sich für einen Städtetrip lohnen, mit konkreten Hinweisen zu Anreise, Vierteln, Kosten und der besten Reisezeit.

Madrid: Kunst, Tapas und ein U-Verkehrsmittel-Netz, das alles verbindet
Madrid ist die Hauptstadt und damit der einfachste Einstieg in eine Spanienreise. Der Flughafen Barajas (MAD) liegt etwa 12 Kilometer vom Zentrum entfernt. Mit der Metro-Linie 8 und dem Anschluss an die Linie 10 bist du in rund 40 Minuten am Bahnhof Nuevos Ministerios, ein Taxi kostet pauschal ca. 30 Euro. Vom Bahnhof Atocha fahren Hochgeschwindigkeitszüge der Renfe unter anderem nach Barcelona, Valencia und Sevilla, teilweise in unter drei Stunden.
Für die Unterkunft lohnen sich drei Viertel: Malasaña im Norden ist jung, laut und voller Bars. La Latina im Süden ist am Sonntagvormittag der Ort für den Flohmarkt El Rastro. Barrio de las Letras zwischen Prado und Plaza Santa Ana ist ruhiger und liegt zentral für Museen. Die drei großen Kunstmuseen Prado, Reina Sofía und Thyssen-Bornemisza liegen alle an der Promenade Paseo del Prado, oft gibt es ein Kombi-Ticket.
Ein typischer Tag in Madrid beginnt spät. Zum Frühstück gibt es Churros con Chocolate, etwa bei Chocolatería San Ginés nahe der Puerta del Sol. Mittags essen viele Madrilenen im Menú del Día für ca. 12 bis 15 Euro, mit zwei Gängen, Brot und Getränk. Abends wird erst ab 21 Uhr gegessen. Beste Reisezeit sind April bis Juni und September bis Oktober, im Juli und August wird es mit über 35 Grad unangenehm.
Valencia: Strand, Science-Fiction-Architektur und Paella am Ursprungsort
Valencia wird oft als dritte Stadt Spaniens bezeichnet, ist aber für einen Städtetrip angenehmer als Madrid oder Barcelona, weil alles kompakter ist. Der Flughafen liegt 8 Kilometer außerhalb, die Metro-Linien 3 und 5 bringen dich in ca. 25 Minuten ins Zentrum. Vom Bahnhof Joaquín Sorolla fahren AVE-Züge nach Madrid in etwa 1 Stunde 40 Minuten.
Die Stadt hat zwei Gesichter. Die Altstadt rund um den Plaza de la Virgen und den Mercado Central ist mittelalterlich, verwinkelt und voller kleiner Bars. Der Mercado Central ist eine der größten Markthallen Europas, mit über 1.000 Ständen, und öffnet werktags ab 7 Uhr. Nordöstlich schließt die Ciutat de les Arts i les Ciències an, ein Komplex aus weißer Beton- und Glasarchitektur von Santiago Calatrava mit Aquarium, Oper und Wissenschaftsmuseum.
Für den Strand nimmst du die Metro bis Alameda oder die Busse Richtung Malvarrosa. Die Promenade ist breit, der Sand fein, das Wasser sauber. Paella isst man in Valencia traditionell mittags, nicht abends, und klassisch mit Kaninchen und Huhn statt Meeresfrüchten. Gute Adressen liegen rund um das Strandviertel El Cabanyal. Beste Reisezeit ist März bis Mai und September bis November, im Hochsommer ist die Luftfeuchtigkeit hoch.
San Sebastián: Die beste Pintxos-Kultur Spaniens
San Sebastián im Baskenland ist klein, teuer und kulinarisch außergewöhnlich. Der Flughafen liegt in Hondarribia, etwa 20 Kilometer entfernt, mit dem Bus E21 bist du in 30 Minuten in der Stadt. Vom Bahnhof Amara fahren Züge der Renfe und Euskotren unter anderem nach Bilbao und in französische Grenzorte.
Die Stadt ist berühmt für ihre Pintxos, kleine Häppchen, die auf der Theke stehen und meist zwischen 2 und 4 Euro kosten. Die Altstadt (Parte Vieja) hat drei dicht beieinanderliegende Straßen: Calle 31 de Agosto, Fermín Calbetón und Calle Mayor. Wer morgens um 11 Uhr an der Bar steht, isst genauso wie abends um 22 Uhr. Die Regel lautet: ein Pintxo, ein Glas, dann weiterziehen. Das ist günstiger und macht mehr Spaß als ein Menü im selben Lokal.
Der Strand La Concha gilt als einer der schönsten Stadtstrände Europas, mit einer Promenade, die um die Bucht führt. Der Monte Igueldo bietet mit der historischen Standseilbahn einen Überblick über die gesamte Bucht. Beste Reisezeit ist Mai bis September, im Juli und August ist die Stadt voll und teuer. Im Baskenland regnet es häufiger als im Süden Spaniens, eine Regenjacke im Gepäck ist sinnvoll.
Sevilla: Hitze, Flamenco und die größte gotische Kathedrale der Welt
Sevilla ist die Hauptstadt Andalusiens und im Sommer eine der heißesten Städte Europas. Der Flughafen liegt 10 Kilometer nordöstlich, ein Bus (EA) bringt dich in ca. 35 Minuten zum Bahnhof Santa Justa. Von dort fahren AVE-Züge nach Madrid in etwa 2 Stunden 30 Minuten.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen dicht beieinander: die Kathedrale mit der Giralda, der Alcázar und das Archivo de Indias. Für die Kathedrale und den Alcázar solltest du Tickets online vorab buchen, sonst stehst du im Sommer über eine Stunde an. Der Alcázar ist einer der ältesten noch genutzten Königspaläste Europas, mit maurischen Innenhöfen und Gärten.
Das Viertel Santa Cruz ist das touristische Zentrum, mit engen Gassen und Innenhöfen. Wer es ruhiger und lokaler mag, wohnt in Triana, jenseits des Guadalquivir, wo Flamenco und Keramik zu Hause sind. Die beste Zeit für einen Flamenco-Abend ist spät, viele Tablaos beginnen erst um 22 oder 23 Uhr. Beste Reisezeit sind März bis Mai und Oktober bis November. Im Juli und August erreichen die Temperaturen regelmäßig über 40 Grad, dann verschiebt sich das Leben in die frühen Morgen- und späten Abendstunden.

Bilbao: Vom Industriestandort zum Museumsziel
Bilbao hat in den letzten 30 Jahren eine der sichtbarsten Stadtentwicklungen Europas durchgemacht. Der Flughafen liegt 12 Kilometer nördlich, der Bus Bizkaibus A3247 fährt alle 20 Minuten ins Zentrum. Vom Bahnhof Abando fahren Züge der Renfe und Euskotren nach San Sebastián, Santander und in die Küstenorte.
Das Guggenheim-Museum, 1997 eröffnet und von Frank Gehry entworfen, ist der Grund für viele Besucher. Die Tickets sind am Wochenende oft ausgebucht, also online vorab kaufen. Die Altstadt (Casco Viejo) mit den sieben Straßen (Siete Calles) ist der historische Kern, mit Pintxos-Bars rund um die Plaza Nueva. Der Mercado de la Ribera am Flussufer ist einer der größten überdachten Märkte Europas und wurde aufwendig saniert.
Für einen Tagesausflug lohnt sich die Küste: Der Ort Mundaka ist mit der Euskotren in etwa 50 Minuten erreichbar und gilt als Surfort. Beste Reisezeit ist Mai bis Oktober, wobei das Klima ganzjährig mild und feucht ist. Bilbao ist günstiger als San Sebastián, ein Pintxo kostet hier oft 1,50 bis 2,50 Euro.
Granada: Alhambra, Albaicín und kostenlose Tapas
Granada ist die letzte Stadt der Mauren auf der iberischen Halbinsel und hat mit der Alhambra eines der meistbesuchten Bauwerke Spaniens. Der Flughafen liegt 17 Kilometer westlich, der Bus 245 fährt ins Zentrum. Vom Bahnhof Granada fahren Züge nach Madrid und Almería.
Die Alhambra ist ein Palast- und Festungskomplex aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Die Tickets sind oft Wochen im Voraus ausverkauft, besonders die Nasridenpaläste mit festen Einlasszeiten. Buche direkt auf der offiziellen Website und nicht über Drittanbieter. Der Albaicín ist das alte maurische Viertel am Hang gegenüber der Alhambra, mit engen Gassen und Aussichtspunkten wie dem Mirador San Nicolás.
Granada ist bekannt für seine kostenlosen Tapas: In vielen Bars bekommst du zu jedem Getränk einen kleinen Teller dazu. Das ist in Spanien nicht überall üblich und macht Granada für Reisende mit kleinerem Budget interessant. Beste Reisezeit ist April bis Juni und September bis Oktober. Im Winter kann es in Granada kalt werden, weil die Stadt auf etwa 700 Metern Höhe liegt und die Sierra Nevada nahe ist.
Málaga: Andalusische Küste mit Kunst und gutem Essen
Málaga war lange nur Durchgangsstation an der Costa del Sol, hat sich aber in den letzten 20 Jahren zu einer eigenständigen Stadtdestination entwickelt. Der Flughafen ist der viertgrößte Spaniens, mit dem Vorortzug C1 bist du in 12 Minuten am Bahnhof María Zambrano. Von dort fahren AVE-Züge nach Madrid in etwa 2 Stunden 40 Minuten.
Die Altstadt rund um die Kathedrale und den Plaza de la Constitución ist kompakt und gut zu Fuß zu erkunden. Das Museo Picasso Málaga im Palacio de Buenavista zeigt Werke aus allen Schaffensphasen. Der Hafen wurde mit dem Muelle Uno zu einer Promenade mit Restaurants und Geschäften umgebaut. Für einen Strandtag nimmst du die Busse Richtung La Malagueta oder Pedregalejo, wo die Strandbars (Chiringuitos) frischen Fisch vom Grill servieren, zum Beispiel Espetos de Sardinas.
Málaga ist ein guter Ausgangspunkt für Tagesausflüge: Ronda mit seiner Schlucht ist mit dem Bus in etwa 2 Stunden erreichbar, Nerja mit den Höhlen von Nerja in etwa 1 Stunde. Beste Reisezeit ist ganzjährig, wobei Juli und August heiß und voll sind. Für Reiseorganisation, Visum und aktuelle Sicherheitshinweise informierst du dich am besten beim Auswärtigen Amt, für Impfempfehlungen bei der WHO oder beim Robert-Koch-Institut.

Wie du deine Spanien-Städtereise planst
Spanien ist groß, und wer mehrere Städte kombinieren will, sollte die Entfernungen ernst nehmen. Madrid nach Barcelona sind etwa 620 Kilometer, mit dem AVE 2 Stunden 30 Minuten. Madrid nach Sevilla sind etwa 530 Kilometer, mit dem AVE 2 Stunden 30 Minuten. Valencia nach Barcelona sind etwa 350 Kilometer, mit dem Zug 3 Stunden. Busse sind oft günstiger, aber deutlich langsamer.
Für die Buchung von Zugtickets lohnt sich die Renfe-Website oder die App, wobei Frühbucherrabatte (Tarifa Promo) deutlich billiger sind. Flüge innerhalb Spaniens bieten Iberia, Vueling und Ryanair an, wobei die Billigflieger oft kleinere Flughäfen anfliegen. Für Unterkünfte sind die Preise in Madrid und Barcelona am höchsten, in Granada und Bilbao am niedrigsten. Ein Doppelzimmer im Drei-Sterne-Hotel kostet in Madrid ca. 90 bis 140 Euro, in Granada ca. 60 bis 90 Euro.
Die beste Reisezeit für eine Städtereise durch Spanien ist insgesamt April bis Juni und September bis Oktober. Im Juli und August ist es im Süden zu heiß und an der Küste zu voll. Im Winter sind Madrid und Granada kühl, aber die Städte sind ruhiger und die Preise niedriger. Pack bequeme Schuhe ein, denn in allen genannten Städten läufst du viel auf Pflastersteinen. Eine kleine Flasche Wasser und Sonnenschutz sind in Andalusien auch im Frühjahr sinnvoll.
Welche spanische Stadt eignet sich am besten für einen ersten Städtetrip?
Antwort: Madrid ist der einfachste Einstieg, weil der Flughafen gut angebunden ist, die Metro fast alles verbindet und die Preise moderat sind. Auch Valencia ist für Anfänger gut geeignet, weil die Stadt kompakt ist und Strand sowie Altstadt nah beieinander liegen.
Wie viele Tage sollte ich für eine spanische Stadt einplanen?
Antwort: Für Madrid, Sevilla oder Valencia reichen drei volle Tage, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu sehen, ohne durchzurasen. Granada braucht mindestens zwei Tage, weil die Alhambra einen halben Tag einnimmt und der Albaicín Zeit zum Schlendern braucht.
Wann ist die beste Reisezeit für Andalusien?
Antwort: Die beste Reisezeit für Sevilla, Granada und Málaga ist März bis Mai und Oktober bis November. Im Juli und August werden in Sevilla regelmäßig über 40 Grad erreicht, was Sightseeing anstrengend macht.
Sind die Städte in Spanien teuer?
Antwort: Madrid und San Sebastián sind am teuersten, Granada und Bilbao am günstigsten. Ein Menú del Día kostet in Madrid ca. 12 bis 15 Euro, in Granada oft 10 bis 12 Euro. Pintxos in San Sebastián kosten 2 bis 4 Euro pro Stück.
Wie reise ich zwischen den spanischen Städten am besten?
Antwort: Für längere Strecken wie Madrid nach Sevilla oder Barcelona nimmst du den AVE, der schnell und pünktlich ist. Für kürzere Strecken wie Bilbao nach San Sebastián reichen Bus oder Euskotren. Frühbuchertickets bei Renfe sind deutlich günstiger als Flexpreise.