Österreich ist klein, aber die Bandbreite ist enorm: Kaiserzeit in Wien, Festspielkulisse in Salzburg, Alpenpanorama in Innsbruck. Wer zum ersten Mal hinfährt, unterschätzt oft die Distanzen und die Preise. Dabei lässt sich das Land mit der Verkehrsmittel entspannt bereisen, wenn du ein paar Dinge vorab weißt. Diese Route führt dich in sieben Tagen durch die drei bekanntesten Städte, mit konkreten Haltepunkten, Fahrzeiten und Kostenschätzungen.
Wien: zwei Tage zwischen Ringstraße und Naschmarkt
Wien ist die logische erste Station, weil die meisten Fernzüge und Flüge hier ankommen. Der Flughafen liegt 20 Kilometer außerhalb, der City Airport Train (CAT) braucht 16 Minuten zum Bahnhof Wien Mitte, die S-Bahn S7 etwa 25 Minuten. Ein Einzelticket für die Kernzone kostet ca. 4,50 Euro, der CAT ca. 14 Euro. Für die Stadt selbst lohnt sich die Wien-Karte oder ein 48-Stunden-Ticket für die Wiener Linien, ca. 14 Euro.
Am ersten Tag bietet sich der Klassiker an: Ringstraße mit Staatsoper, Parlament, Rathaus und Burgtheater. Das geht zu Fuß in zwei bis drei Stunden, oder du nimmst die Straßenbahnlinie 1 und 2, die fast den ganzen Ring abfährt. Danach hinein in die Innere Stadt: Stephansdom, Graben, Kohlmarkt, Hofburg. Der Stephansdom ist gratis zugänglich, für die Türme zahlst du extra. Die Hofburg mit Sisi-Museum und Kaiserappartements kostet ca. 16 Euro, mit Führung mehr.
Der zweite Tag gehört den Museen und dem Essen. Das Kunsthistorische Museum am Maria-Theresien-Platz ist eines der größten der Welt, Eintritt ca. 21 Euro. Wer es moderner mag, geht ins MuseumsQuartier mit Leopold Museum und mumok. Zum Mittagessen lohnt der Naschmarkt: Dort bekommst du von Falafel über Käse bis zu österreichischen Klassikern fast alles. Preise für ein Mittagessen: ca. 10 bis 15 Euro. Am Abend unbedingt ein Wiener Schnitzel probieren, in traditionellen Beisln wie dem Figlmüller oder dem Plachutta, Hauptgerichte ca. 18 bis 28 Euro. Reservierung ist ratsam, besonders am Wochenende.
Salzburg: ein Tag für Altstadt, Festung und Mozart
Von Wien nach Salzburg fährst du mit dem Railjet ca. 2,5 Stunden, Tickets ab ca. 30 Euro, wenn du früh buchst. Sparschiene-Tickets sind deutlich günstiger als Flexpreise, also buche mindestens einige Tage vorher. In Salzburg selbst ist die Altstadt kompakt und zu Fuß gut erschließbar. Vom Hauptbahnhof brauchst du ca. 15 Minuten zu Fuß oder ein paar Minuten mit dem Bus.
Der erste Weg führt über die Getreidegasse, wo Mozarts Geburtshaus steht (Eintritt ca. 12 Euro). Die Altstadt ist UNESCO-Welterbe, mit engen Gassen, Passagen und Innenhöfen. Ein Spaziergang über den Residenzplatz zum Dom und zur Residenz lohnt sich. Der Salzburger Dom ist gratis, der Aufstieg zur Festung Hohensalzburg kostet mit Seilbahn ca. 13 Euro, zu Fuß etwas weniger. Von oben hast du einen guten Blick über die Stadt und die Berge.
Für Musikfans: Das Mozarteum und die Festspielhäuser sind das ganze Jahr über Orte für Konzerte. Im Juli und August finden die Salzburger Festspiele statt, dann sind Unterkünfte teuer und früh ausgebucht. Wenn du außerhalb dieser Zeit kommst, hast du mehr Auswahl und niedrigere Preise. Ein Tipp: Die Salzburg Card kostet je nach Saison ca. 30 bis 40 Euro für 24 Stunden und beinhaltet viele Eintritte und Verkehrsmittel. Rechne durch, ob sie sich für dich lohnt.
Essen in Salzburg: Salzburger Nockerl als Dessert, dazu regionale Küche in Gasthäusern wie dem Augustiner Bräustübl oder im Sternbräu. Hauptgerichte ca. 15 bis 25 Euro. Die Altstadt ist abends ruhiger als Wien, aber die Lokale füllen sich trotzdem. Reservierung empfohlen.
Innsbruck: zwei Tage mit Alpenblick und Altstadt
Von Salzburg nach Innsbruck fährst du mit dem Zug ca. 2 Stunden, oft über Rosenheim oder Kufstein. Tickets ab ca. 25 Euro bei früher Buchung. Innsbruck ist die kleinste der drei Städte, aber landschaftlich die eindrucksvollste. Die Nordkette liegt direkt über der Stadt, du siehst sie von fast überall.
Die Altstadt mit dem Goldenen Dachl ist das Herz. Das Dachl selbst ist ein Balkon mit goldenem Kupferdach, Eintritt ins Museum ca. 5 Euro. Die Hofburg und die Hofkirche sind ebenfalls sehenswert, letztere mit dem Kenotaph Maximilians I. und den Schwarzen Mandern. Die Maria-Theresien-Straße ist die breite Prachtstraße mit Blick auf die Nordkette, ein gutes Fotomotiv.
Für den Alpenblick nimmst du die Nordkettenbahn: von der Congress-Haltestelle über die Hungerburg zur Seegrube und weiter zum Hafelekar auf 2.256 Meter. Die Fahrt dauert ca. 20 Minuten, Tickets ca. 40 Euro hin und zurück. Oben ist es auch im Sommer kühl, nimm eine Jacke mit. Wenn du wandern willst, gibt es markierte Wege von der Seegrube aus, aber informiere dich vorher über Schwierigkeit und Wetter.
Ein weiterer Tipp: Das Schloss Ambras liegt etwas außerhalb, mit Bus oder Tram erreichbar. Die Sammlung umfasst Rüstungen, Kunstkammer und den Spanischen Saal. Eintritt ca. 12 Euro. Wenn du Zeit hast, lohnt auch ein Ausflug nach Hall in Tirol, ca. 15 Minuten mit dem Zug, mit mittelalterlicher Altstadt und Münze.
Verkehr und Tickets: Bahn statt Mietwagen
Für diese Route ist die Bahn die beste Wahl. Österreich hat ein dichtes Netz, die ÖBB verbinden alle genannten Städte im Stundentakt oder öfter. Sparschiene-Tickets sind bis zu 50 Prozent günstiger als Flexpreise, aber zuggebunden. Wenn du flexibel bleiben willst, kostet der Flexpreis entsprechend mehr. Ein Interrail-Pass kann sich lohnen, wenn du mehr als drei Länder bereist, für reine Österreich-Trips ist er oft nicht die günstigste Option.
Ein Mietwagen lohnt sich nur, wenn du abgelegene Täler oder Wandergebiete ansteuern willst. In den Städten selbst ist er eher hinderlich, Parkgebühren sind hoch, in Wien ca. 2,50 Euro pro Stunde in der Kurzparkzone, in Salzburg ähnlich. Auf Autobahnen brauchst du eine Vignette, die 10-Tages-Vignette kostet ca. 12 Euro, die Jahresvignette ca. 100 Euro. Informiere dich vorab beim ÖAMTC oder ADAC über aktuelle Preise und Regeln.

Für Flüge: Wien, Salzburg und Innsbruck haben internationale Flughäfen. Innsbruck wird vor allem von Charter- und einigen Linienflügen bedient, Wien ist der größte. Wenn du von Deutschland anreist, sind Nachtzüge eine Option, z. B. von Hamburg oder Düsseldorf nach Wien. Informiere dich bei der Deutschen Bahn oder ÖBB über Verbindungen und Preise.
Beste Reisezeit und was du einpacken solltest
Die beste Reisezeit für Städtereisen ist Mai, Juni und September. Dann ist es mild, aber nicht zu heiß, und die Hauptsaison mit Juli und August ist noch nicht in vollem Gange. Juli und August sind warm, aber voll und teurer. Winter ist magisch, besonders in Salzburg und Innsbruck, aber kalt und mit kurzen Tagen. Wenn du Ski fahren willst, ist Januar bis März ideal, dann sind die Städte ruhiger, aber die Berge voll.
Was du einpacken solltest: bequeme Schuhe, denn du wirst viel laufen. Eine leichte Regenjacke, denn das Wetter in den Alpen kann schnell umschlagen. Im Sommer Sonnenschutz und eine Kopfbedeckung, im Winter warme Kleidung, Handschuhe, Mütze. Für Kirchen und Museen sind Schultern und Knie bedeckt gern gesehen. Ein Mehrfachstecker für österreichische Steckdosen (Typ F, wie in Deutschland) ist praktisch, wenn du mehrere Geräte laden willst.
Gesundheit: Informiere dich aktuell beim Robert-Koch-Institut oder beim Auswärtigen Amt über Impfempfehlungen und Reiseorganisationbestimmungen. In Österreich gilt die EU-Krankenversicherungskarte für gesetzlich Versicherte, damit bist du im Notfall abgedeckt. Für private Zusatzversicherungen lohnt ein Blick in deine Police.
Essen, Trinken und typische Kosten
Österreichische Küche ist deftig: Schnitzel, Knödel, Gulasch, Kaiserschmarrn. In Wien und Salzburg findest du traditionelle Beisln und Gasthäuser, in Innsbruck eher Tiroler Spezialitäten wie Speckknödel oder Gröstl. Preise: Ein Hauptgericht im Gasthaus kostet ca. 12 bis 20 Euro, ein Bier ca. 4 bis 5 Euro, ein Kaffee ca. 3 bis 4 Euro. In Touristenvierteln zahlst du mehr, in Wohnvierteln weniger.
Frühstück: In vielen Cafés gibt es Wiener Frühstück mit Semmel, Schinken, Ei und Kaffee, ca. 8 bis 12 Euro. Für Selbstversorger: Supermärkte wie Billa, Spar oder Hofer sind günstig. Ein Mittagessen aus dem Supermarkt kostet ca. 5 bis 8 Euro. Abends kann es teurer werden, besonders in Wien. Wenn du sparen willst, iss mittags warm und abends leicht.
Trinkgeld: In Österreich sind 5 bis 10 Prozent üblich, wenn du zufrieden warst. Sag den Betrag beim Zahlen, oder runde auf. In Cafés und Restaurants ist das Standard, in Bars oft weniger. Kartenzahlung ist weit verbreitet, aber kleine Beträge manchmal nur bar. Nimm etwas Bargeld mit.
Unterkünfte: wo du am besten übernachtest
In Wien: Die Innenstadt (1. Bezirk) ist teuer, aber zentral. Günstiger sind Bezirke wie 6., 7. oder 8., nahe der Innenstadt, oder 2. und 20. Bezirk mit guter U-Bahn-Anbindung. Preise für ein Doppelzimmer im Mittelklassehotel: ca. 80 bis 150 Euro pro Nacht, in der Hochsaison mehr. Hostels ab ca. 25 Euro pro Person im Mehrbettzimmer.
In Salzburg: Die Altstadt ist teuer und oft ausgebucht. Günstiger sind Unterkünfte nahe dem Bahnhof oder in Stadtteilen wie Schallmoos. Preise ähnlich wie Wien, aber während der Festspiele im Juli und August deutlich höher. Früh buchen lohnt sich.
In Innsbruck: Die Altstadt ist kompakt, Hotels dort sind teuer. Günstiger sind Unterkünfte nahe dem Hauptbahnhof oder in Wilten. Preise ca. 70 bis 130 Euro für ein Doppelzimmer. Im Winter (Ski-Saison) teurer.

Alternative: Privatzimmer und Ferienwohnungen über Plattformen wie Airbnb oder lokale Anbieter. In Österreich gibt es auch viele Bauernhöfe mit Zimmern, besonders in Tirol. Das ist oft günstiger und du erlebst mehr vom Land.
Sicherheit und praktische Hinweise
Österreich ist ein sicheres Reiseland. Kriminalität ist niedrig, aber Taschendiebstahl in Touristengebieten kommt vor. Pass auf deine Wertsachen auf, besonders in Menschenmengen und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Aktuelle Reisewarnungen veröffentlicht das Auswärtige Amt, informiere dich vor der Abreise.
Notrufnummern: Euro-Notruf 112, Polizei 133, Rettung 144, Feuerwehr 122. Die Nummern funktionieren auch von Mobiltelefonen ohne SIM-Karte. In den Bergen: Informiere dich vor Wanderungen über Wetter und Wegverhältnisse, und hinterlasse jemandem deine Route. Alpine Notrufnummer 140.
Sprache: Deutsch, aber mit österreichischem Einschlag. Englisch wird in touristischen Gebieten gut verstanden. Ein paar Brocken Deutsch helfen, besonders außerhalb der Städte. Höflichkeitsformen: Grüß Gott oder Servus als Begrüßung, Bitte und Danke sind Standard.
Strom: 230 Volt, Steckdosen Typ F, wie in Deutschland. Adapter brauchst du nur, wenn du aus UK oder USA anreist.
Wie viele Tage sollte ich für Wien einplanen?
Antwort: Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten reichen zwei volle Tage. Wenn du Museen und Ausflüge wie Schönbrunn oder den Wienerwald mitnehmen willst, plane drei bis vier Tage ein. Ein Tagesticket für die Wiener Linien kostet ca. 5,80 Euro, ein 48-Stunden-Ticket ca. 14 Euro.
Wann ist die beste Reisezeit für Österreich?
Antwort: Mai, Juni und September sind ideal für Städtereisen: mild, aber nicht zu voll. Juli und August sind warm, aber Hauptsaison mit höheren Preisen. Winter ist gut für Ski und Weihnachtsmärkte, aber kalt und mit kurzen Tagen.
Brauche ich für Österreich eine Vignette?
Antwort: Ja, wenn du auf Autobahnen fährst. Die 10-Tages-Vignette kostet ca. 12 Euro, die Jahresvignette ca. 100 Euro. Informiere dich beim ÖAMTC oder ADAC über aktuelle Preise und wo du sie kaufen kannst. In Städten brauchst du sie nicht.
Wie komme ich am besten von Wien nach Salzburg?
Antwort: Mit dem Railjet der ÖBB, Fahrzeit ca. 2,5 Stunden. Sparschiene-Tickets gibt es ab ca. 30 Euro, wenn du früh buchst. Flexpreise sind teurer. Alternativ gibt es Fernbusse, die günstiger, aber langsamer sind.
Was sollte ich in Österreich unbedingt probieren?
Antwort: Wiener Schnitzel, Kaiserschmarrn, Salzburger Nockerl und Tiroler Speckknödel. Dazu ein Bier oder einen Almdudler. In Wien lohnt der Naschmarkt, in Salzburg die Getreidegasse, in Innsbruck die Altstadt. Preise: Hauptgerichte ca. 12 bis 20 Euro.