Jordanien-Rundreise: Petra, Wadi Rum und Totes Meer in 6 bis 10 Tagen

Jordanien lässt sich in acht bis zehn Tagen so bereisen, dass du die drei großen Höhepunkte entspannt mitnimmst: die Felsenstadt Petra, die Wüste Wadi Rum und das Tote Meer. Die klassische Route verläuft als Schleife von Amman über Madaba, den Königspalastweg nach Petra, weiter nach Wadi Rum und über Aqaba zurück oder direkt nordwärts ans Tote Meer.

Der Jordan Pass ist dabei dein wichtigstes Planungsinstrument. Er bündelt die Visumgebühr bei der Einreise mit dem Eintritt in Petra und zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten. Kauf ihn online vor der Reise, wähle die Variante mit zwei oder drei Petra-Tagen, und drucke den QR-Code aus oder speichere ihn offline auf dem Handy.

Die 8- bis 10-Tage-Route im Überblick

Plane Amman als Startpunkt, weil der Flughafen gut angebunden ist und du dort direkt in die Rundreise einsteigst. Zwei Nächte in Amman geben dir Zeit für die Zitadelle, das römische Theater und einen Bummel durch das Viertel Jabal Amman mit seinen Cafés in der Rainbow Street.

Von Amman fährst du über Madaba mit seinen Mosaiken und dem Berg Nebo weiter auf dem Königspalastweg nach Petra. Diese Strecke dauert mit Stopps einen halben Tag und führt durch tiefe Schluchten und kleine Dörfer. Ein Mietwagen oder ein privater Fahrer ist hier die flexibelste Lösung, öffentliche Busse fahren auf dieser Route selten.

In Petra solltest du mindestens zwei volle Tage einplanen. Am ersten Tag gehst du durch die Siq-Schlucht bis zum Schatzhaus und weiter zum Kloster. Am zweiten Tag nimmst du dir den hohen Opferplatz, das römische Theater und den Blick vom Urnengrab vor. Starte früh am Morgen, weil die Siq dann kühl und fast leer ist.

Nach Petra geht es weiter nach Wadi Rum. Dort übernachtest du in einem Wüstencamp, machst eine Jeep-Tour zu den Felsbrücken und siehst den Sonnenuntergang über den Sandsteinwänden. Eine Nacht reicht für den ersten Eindruck, zwei Nächte lohnen sich, wenn du eine Wanderung oder Kamelritte einbauen willst.

Tourists walking towards the famous Treasury in Petra through a narrow gorge.

Von Wadi Rum fährst du entweder nach Aqaba am Roten Meer zum Schnorcheln oder direkt nordwärts ans Tote Meer. Die Fahrt ans Tote Meer dauert mehrere Stunden, plane einen Zwischenstopp in Karak ein, wo die Kreuzritterburg auf einem Hügel liegt und einen weiten Blick über die Bergstraße bietet.

Am Toten Meer verbringst du ein bis zwei Nächte. Das Eincremen mit Schlamm, das schwerelose Treiben im salzhaltigen Wasser und der Sonnenuntergang über der judäischen Wüste gehören zum Standardprogramm. Achte darauf, dass du keine offenen Wunden hast, und halte das Wasser von Augen und Mund fern.

Die Rückfahrt nach Amman dauert vom Toten Meer aus etwa eine Stunde. Wenn dein Rückflug erst am Abend geht, kannst du noch das Jordan Museum in Amman oder die römischen Ruinen in Jerash besuchen, die etwa eine Stunde nördlich der Hauptstadt liegen.

Die folgende Tabelle zeigt eine bewährte Aufteilung für zehn Tage. Bei acht Tagen streichst du einen Petra-Tag und einen Tag am Toten Meer.

Tag Ort Programm
1 Amman Ankunft, Zitadelle, Rainbow Street
2 Amman Jerash oder Jordan Museum
3 Madaba, Nebo, Königspalastweg Fahrt nach Petra
4 Petra Siq, Schatzhaus, Kloster
5 Petra Opferplatz, Urnengrab, Museum
6 Wadi Rum Jeep-Tour, Sonnenuntergang, Camp
7 Wadi Rum Wanderung oder Kamelritt, Fahrt ans Tote Meer
8 Totes Meer Baden, Schlamm, Aussichtspunkt
9 Totes Meer Ausflug zum Wadi Mujib oder Bethanien
10 Amman Rückfahrt, Abflug

Jordan Pass richtig nutzen

Der Jordan Pass ist ein Kombi-Ticket, das die Visumgebühr bei der Einreise am Flughafen Amman oder Aqaba mit dem Eintritt in Petra und rund 40 weiteren Stätten verbindet. Du kaufst ihn auf der offiziellen Website, bezahlst per Kreditkarte und bekommst ihn als PDF per E-Mail. Wichtig ist, dass du ihn vor der Einreise kaufst, sonst fällt die Visumgebühr separat an.

Es gibt drei Varianten: Wanderer mit einem Petra-Tag, Explorer mit zwei Tagen und Expert mit drei Tagen. Für die oben beschriebene Route reicht die Zwei-Tage-Variante, weil du Petra an zwei Tagen besuchst. Willst du das Kloster und den Opferplatz entspannt schaffen, nimm die Drei-Tage-Variante.

Der Pass gilt nicht für alles. Führungen, der Nachtbesuch von Petra bei Kerzenschein und der Eintritt in das Wadi Mujib-Reservat sind extra. Auch das Tote Meer selbst ist frei zugänglich, aber die meisten Hotels verlangen für die Nutzung ihres Strandabschnitts einen Tagespreis oder setzen eine Übernachtung voraus.

Für die Einreise nach Jordanien gelten je nach Herkunftsland unterschiedliche Regeln zu Visum, Impfungen und Sicherheitslage. Prüfe vor der Reise die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amtes, weil sich Bestimmungen kurzfristig ändern können. Dort findest du auch Angaben zu Impfungen und zu Regionen, die du meiden solltest.

Nimm den Jordan Pass als ausgedrucktes Blatt mit, weil nicht jede Kontrolle einen Handy-Scan akzeptiert. Am Eingang von Petra wird der QR-Code gescannt, danach bekommst du eine Eintrittskarte für den Tag. Bewahre sie auf, denn sie wird am Ausgang und bei Kontrollen im Gelände verlangt.

Beste Reisezeit und Klima

Die beste Reisezeit für Jordanien liegt im Frühling von März bis Mai und im Herbst von September bis November. Dann sind die Temperaturen angenehm, die Nächte in der Wüste kühl und die Tage in Petra lang genug für ausgedehnte Touren. Im Hochsommer steigen die Werte in Amman, Petra und im Wadi Rum auf über 35 Grad, am Toten Meer sogar noch höher.

Der Winter von Dezember bis Februar ist mild, aber regenreich. In Petra kann es nachts kalt werden, im Wadi Rum fallen die Temperaturen nahe null. Am Toten Meer ist es im Winter angenehm zum Baden, weil das Wasser das ganze Jahr über warm bleibt.

Für Wüstenübernachtungen brauchst du unabhängig von der Jahreszeit eine warme Jacke, weil es nach Sonnenuntergang schnell abkühlt. In Petra sind feste Schuhe wichtig, weil die Wege steinig und staubig sind. Ein Sonnenhut, Sonnencreme und eine Wasserflasche gehören in jeden Tagesrucksack.

Die folgende Tabelle vergleicht die Jahreszeiten mit ihren Vor- und Nachteilen für die Rundreise.

Zeitraum Temperaturen Vorteile Nachteile
März bis Mai ca. 20 bis 28 Grad Blühende Landschaft, angenehme Wüstennächte Stoßzeiten an Ostern
Juni bis August ca. 30 bis 40 Grad Wenig Regen, lange Tage Hitze in Petra und Wadi Rum
September bis November ca. 22 bis 30 Grad Warmes Meer, klare Sicht Kurze Regenschauer möglich
Dezember bis Februar ca. 10 bis 20 Grad Ruhige Stätten, günstige Unterkünfte Kühle Nächte, Regen in Amman

Unterkünfte und Fortbewegung

In Amman sind die Viertel Jabal Amman, Abdoun und Shmeisani beliebt. Jabal Amman ist zentral und lebendig, Abdoun ruhiger und modern, Shmeisani liegt nah an Geschäften und Restaurants. Für eine Nacht vor dem Abflug reicht ein Hotel nahe dem Flughafen, wenn dein Flug früh am Morgen geht.

In Petra übernachtest du am besten in Wadi Musa, dem Ort direkt am Eingang zum archäologischen Park. Hotels in der Nähe des Besucherzentrums sparen dir am Morgen den Transfer. Günstige Herbergen und mittelklassige Hotels liegen entlang der Hauptstraße, gehobene Häuser weiter oben am Hang mit Blick auf die Berge.

Im Wadi Rum gibt es zwei Arten von Camps: einfache Beduinenzelte mit Gemeinschaftsbad und komfortablere Kuppelzelte mit eigenem Bad. Beide liegen meist abseits der Straße und werden per Jeep erreicht. Buche die Übernachtung im Voraus, weil die beliebten Camps in der Hauptsaison ausgebucht sind.

Am Toten Meer konzentrieren sich die Hotels auf wenige Strandabschnitte. Die Auswahl reicht von einfachen Bungalows bis zu großen Resorts mit Spa. Achte darauf, dass dein Hotel einen eigenen Zugang zum Wasser hat, weil der öffentliche Zugang oft steinig und wenig gepflegt ist.

Nightfall in Wadi Rum showcasing camels and vehicles set against a stunning desert backdrop.

Für die Fortbewegung hast du drei Optionen: Mietwagen, privater Fahrer oder organisierte Kleingruppen. Ein Mietwagen gibt dir maximale Freiheit, verlangt aber Aufmerksamkeit im Verkehr und auf den Bergstraßen. Ein privater Fahrer kostet mehr, ist aber entspannter und kennt die Strecken. Busse verbinden Amman, Petra und Aqaba, fahren aber selten und halten nicht an Aussichtspunkten.

Petra, Wadi Rum und Totes Meer im Detail

Petra ist eine ganze Stadt, die in den Fels gehauen wurde. Der Zugang führt durch die Siq, eine enge Schlucht mit hohen Wänden, die nach etwa einem Kilometer zum Schatzhaus öffnet. Danach wird das Gelände weit und du kannst zwischen dem Kloster, dem Opferplatz und den Königsgräbern wählen. Ein Esel oder Kamel als Transportmittel ist möglich, aber die Tiere werden oft überladen, deshalb geh lieber zu Fuß.

Für den Besuch des Klosters brauchst du etwa eine Stunde Aufstieg über 800 Stufen. Starte früh, weil der Weg wenig Schatten bietet. Der Opferplatz liegt höher und ist über einen Treppenweg erreichbar, von dem aus du einen weiten Blick über die Felsenstadt hast. Wer wenig Zeit hat, konzentriert sich auf Siq, Schatzhaus und Kloster.

Das Wadi Rum ist ein Schutzgebiet mit Sandsteinbergen, Felsbrücken und weiten Ebenen. Die bekanntesten Formationen sind die Burdah-Felsbrücke, die Lawrence-Quelle und der Sonnenuntergangspunkt am Khazali-Canyon. Jeep-Touren dauern meist zwei bis vier Stunden und führen zu mehreren Aussichtspunkten. Für Wanderer gibt es markierte Routen, aber ohne Führer solltest du dich nicht zu weit hineinwagen.

Am Toten Meer liegt der Salzgehalt bei etwa 30 Prozent, weshalb du von selbst auf dem Wasser treibst. Der Schlamm am Ufer enthält Mineralien und wird oft als Hautpflege genutzt. Wegen des hohen Salzgehalts darfst du nicht ins Wasser springen, nicht tauchen und das Wasser nicht trinken. Nach dem Baden duschst du dich gründlich ab, weil Salz auf der Haut brennt.

In der Umgebung des Toten Meeres lohnen sich zwei Ausflüge. Das Wadi Mujib ist eine Schlucht mit Wasserwanderung, die nur in der warmen Jahreszeit geöffnet ist. Bethanien am Jordan ist eine Taufstelle mit archäologischen Resten und einem kleinen Museum. Beide Orte erreichst du mit dem Auto oder als organisierte Tour.

Praktische Tipps für die Planung

Buche Flüge nach Amman möglichst früh, weil die Preise in der Hauptsaison stark schwanken. Für die Rundreise reicht ein Mietwagen der kleinsten Kategorie, weil die Straßen gut ausgebaut sind. Tankstellen gibt es entlang der Hauptstraßen, im Wadi Rum und am Toten Meer solltest du vorher volltanken.

Nimm ausreichend Bargeld in jordanischen Dinar mit, weil nicht überall Karten akzeptiert werden. Kleine Läden, Taxis und Beduinen-Camps verlangen oft Bargeld. Geldautomaten findest du in Amman, Madaba, Petra und Aqaba, am Toten Meer und im Wadi Rum sind sie selten.

Für die Einreise und den Aufenthalt gelten die Hinweise des Auswärtigen Amtes zu Visum, Impfungen und Sicherheit. Prüfe diese vor der Buchung und kurz vor der Abreise erneut, weil sich Vorschriften ändern können. Dort findest du auch Kontaktadressen der deutschen Botschaft in Amman.

Respektiere die lokalen Gepflogenheiten. In ländlichen Gebieten und religiösen Stätten bedeckst du Schultern und Knie, Frauen tragen oft ein Tuch. Fotografiere keine Menschen ohne deren Zustimmung und frage vor dem Fotografieren von Militär- oder Polizeieinrichtungen. In Petra und Wadi Rum sind die Wege lang, deshalb plane genug Wasser und Pausen ein.

Eine Packliste für die Rundreise umfasst leichte Kleidung für den Tag, eine warme Schicht für die Nacht, feste Schuhe, Sonnenschutz, eine Kopfbedeckung, eine kleine Reiseapotheke und eine Powerbank. Ein Reiseadapter für Steckdosen vom Typ C, D, F und G ist sinnvoll, weil Jordanien verschiedene Systeme nutzt.

Fazit: Jordanien in 8 bis 10 Tagen lohnt sich

Mit acht bis zehn Tagen bekommst du die drei großen Ziele Jordanien entspannt unter einen Hut. Der Jordan Pass spart Geld und Wartezeit, die beste Reisezeit liegt im Frühjahr und Herbst, und mit Mietwagen oder privatem Fahrer bist du flexibel unterwegs. Plane Petra mit zwei Tagen, Wadi Rum mit einer Übernachtung und das Tote Meer mit einer Nacht, dann bleibt genug Zeit für die Wege dazwischen.

Wichtig ist, dass du die Einreisebestimmungen beim Auswärtigen Amt prüfst und den Jordan Pass vor dem Flug kaufst. Wer im Sommer reist, sollte frühe Morgenstunden für Petra und Wadi Rum nutzen und die Mittagshitze am Toten Meer oder im Hotel verbringen. Mit dieser Planung steht deiner Jordanien-Rundreise nichts im Weg.

Häufige Fragen

Wie viele Tage braucht man für Petra?

Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie Siq, Schatzhaus und Kloster reichen zwei volle Tage. Wer auch den Opferplatz und die Königsgräber sehen will, plant einen dritten Tag ein.

Was kostet der Jordan Pass?

Der Jordan Pass kostet je nach Variante mit einem, zwei oder drei Petra-Tagen unterschiedlich viel. Die genauen Preise findest du auf der offiziellen Website, weil sie sich ändern können.

Wann ist die beste Reisezeit für Jordanien?

Am angenehmsten sind Frühling von März bis Mai und Herbst von September bis November. Im Sommer wird es in Petra und im Wadi Rum sehr heiß, im Winter sind die Nächte kalt.

Ist Jordanien sicher für Touristen?

Die touristischen Regionen gelten als sicher, aber die Lage kann sich ändern. Prüfe vor der Reise die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.

Braucht man für Jordanien ein Visum?

Für viele Nationalitäten ist ein Visum bei der Einreise möglich, der Jordan Pass enthält die Visumgebühr. Die genauen Regeln findest du beim Auswärtigen Amt und auf der Jordan-Pass-Website.