Zwei Wochen reichen für eine erste Japanreise, wenn du dich auf drei Standorte konzentrierst: Tokio, Kyoto und Hiroshima. Die Strecke liegt komplett auf der Tokaido- und Sanyo-Shinkansen-Linie, du fährst also nie quer durchs Land und sparst dir lange Umsteigetage.
Der wichtigste Rat vorab: Reise mit leichtem Gepäck und schicke deine Koffer per Takkyubin (Kurierdienst) voraus. In Tokio und Kyoto sind die Bahnhöfe riesig, Treppen und volle Züge kosten mit großem Koffer viel Nerven. Ein Rucksack oder Trolley in Handgepäckgröße macht den Unterschied.
Wann du am besten fährst
Die beste Reisezeit für diese Route sind die Übergangsmonate. Ende März bis Anfang April ist Kirschblüte und entsprechend voll, Ende Oktober bis Ende November ist Herbstlaub und ebenfalls beliebt. Wer Menschenmassen meiden will, fährt im Mai oder im Oktober außerhalb der Feiertage.
Die Sommer von Juni bis August sind heiß und schwül, dazu kommt die Regenzeit im Juni und Juli. Der Winter ist in Tokio und Kyoto mild, in Hiroshima ebenfalls, aber kalt genug für einen Mantel. Schnee ist in diesen Städten selten.
| Zeitraum | Wetter | Andrang | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Ende März bis Anfang April | mild, Kirschblüte | sehr hoch | nur mit früh gebuchten Hotels |
| Mai | warm, trocken | mittel | gute Allround-Wahl |
| Juni bis Juli | schwül, Regenzeit | mittel | Regenschirm und leichte Kleidung |
| August | sehr heiß | hoch | früh starten, mittags Pause |
| Oktober bis November | mild, Herbstlaub | hoch | schönste Fotos, früh buchen |
| Dezember bis Februar | kühl, trocken | niedrig | günstigste Hotels |
Für die Planung heißt das: Wenn du flexibel bist, wähle Mai oder Oktober. Wenn du ein festes Zeitfenster hast, buche Hotels mindestens drei Monate vorher, in der Kirschblüte eher sechs.
Die Route in zwei Wochen
Die klassische Aufteilung gibt Tokio fünf Nächte, Kyoto fünf Nächte und Hiroshima zwei Nächte, dazu ein oder zwei Tage für Ausflüge. Kyoto ist die beste Basis für Tagesausflüge nach Nara und Osaka, Hiroshima für Miyajima.
Ein möglicher Tagesplan sieht so aus:
| Tag | Ort | Programm |
|---|---|---|
| 1 | Tokio | Ankunft, SIM-Karte, Suica-Karte am Automaten |
| 2 | Tokio | Asakusa, Senso-ji, Ueno-Park |
| 3 | Tokio | Shibuya, Harajuku, Shinjuku am Abend |
| 4 | Tokio | Ausflug nach Kamakura oder Nikko |
| 5 | Tokio | Tsukiji-Außenmarkt, Ginza, Odaiba |
| 6 | Kyoto | Shinkansen am Morgen, Gion am Abend |
| 7 | Kyoto | Fushimi Inari früh, Kiyomizu-dera |
| 8 | Kyoto | Arashiyama, Bambuswald, Affenpark |
| 9 | Kyoto | Ausflug nach Nara mit den Rehen |
| 10 | Kyoto | Nishiki-Markt, Philosophenweg |
| 11 | Hiroshima | Shinkansen, Friedenspark und Museum |
| 12 | Hiroshima | Miyajima mit dem Itsukushima-Schrein |
| 13 | Hiroshima | Zurück nach Tokio oder Osaka |
| 14 | Tokio | Letzte Einkäufe, Abflug |
Die Shinkansen-Fahrt Tokio nach Kyoto dauert ca. 2 Stunden 15 Minuten, Kyoto nach Hiroshima ca. 1 Stunde 40 Minuten. Reserviere Sitzplätze, wenn du mit großem Gepäck unterwegs bist, denn seit einigen Jahren gilt für sehr große Koffer auf der Tokaido-Strecke eine Reservierungspflicht.
Der Bahnpass und die Alternativen
Der Japan Rail Pass ist ein Zeitkarten-Ticket für fast alle Züge der JR-Gruppe, inklusive Shinkansen, Regionalzüge und einige Fähren. Er lohnt sich am ehesten, wenn du viele lange Strecken fährst und flexibel bleiben willst. Bei der Route Tokio–Kyoto–Hiroshima und zurück kommst du mit Einzeltickets oft günstiger weg, weil die Strecke nur einmal in jede Richtung gefahren wird.

Rechne grob: Ein Einzelticket Tokio–Kyoto kostet in der Regel zwischen ca. 13.000 und 14.000 Yen, Kyoto–Hiroshima ca. 11.000 Yen, Hiroshima–Tokio ca. 19.000 Yen. Ein 7-Tage-Pass liegt bei ca. 50.000 Yen, ein 14-Tage-Pass bei ca. 80.000 Yen. Ob sich der Pass rechnet, hängt davon ab, ob du Ausflüge wie Nikko, Kanazawa oder Osaka mitnimmst.
| Option | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| 7-Tage-JR-Pass | flexibel, viele Strecken inklusive | nur 7 Tage, Route muss passen |
| 14-Tage-JR-Pass | ganze Reise abgedeckt | teuer, rechnet sich nur bei viel Fahren |
| Einzeltickets | günstiger bei wenigen Strecken | jede Fahrt einzeln buchen |
| Regionalpässe | günstig für einzelne Regionen | nicht landesweit gültig |
Für zwei Wochen mit nur drei Städten ist die Kombination aus Einzeltickets für die Shinkansen und einer Suica- oder Icoca-Karte für den Nahverkehr meist die günstigste Lösung. Die IC-Karten funktionieren in Tokio, Kyoto, Osaka und Hiroshima in Bussen und U-Bahnen und lassen sich am Automaten aufladen.
Tokio: Viertel und praktische Tipps
Tokio ist keine Stadt mit einem Zentrum, sondern eine Ansammlung von Zentren entlang der Yamanote-Ringlinie. Für den ersten Aufenthalt sind Shinjuku, Shibuya, Asakusa und Ueno gute Standorte. Shinjuku ist laut und praktisch, Asakusa ruhiger und traditioneller, Ueno günstig und gut angebunden.
Plane pro Tag nicht mehr als zwei Viertel. Die Wege in Tokio sind lang, und ein Umstieg in Shinjuku kann zehn Minuten dauern. Nutze die Yamanote-Linie als Grundgerüst und die U-Bahn für alles andere. Ein Tagespass der Tokio-Metro lohnt sich, wenn du mehr als drei Fahrten planst.

Für Aussichtspunkte reserviere das Shibuya Sky oder das Tokyo Metropolitan Government Building in Shinjuku. Letzteres ist kostenlos, aber die Warteschlange kann lang sein. Frühstück gibt es günstig in Konbini-Läden wie 7-Eleven, Lawson oder FamilyMart, mit Onigiri, Sandwiches und Kaffee.
Kyoto: früh starten, spät genießen
Kyoto ist voll, aber die Menge verteilt sich. Die goldene Regel lautet: Die bekanntesten Tempel vor 8 Uhr besuchen. Fushimi Inari ist rund um die Uhr offen und am frühen Morgen fast leer. Der Kiyomizu-dera öffnet um 6 Uhr, der Arashiyama-Bambuswald ist vor 7 Uhr angenehm.
Als Basis eignen sich die Gegend um den Bahnhof Kyoto, Gion, Kawaramachi oder Sanjo. Von dort kommst du mit Bus und U-Bahn überall hin. Busse sind oft voll, deshalb lohnt sich die U-Bahn für größere Distanzen. Ein Tagespass für Busse kostet ca. 700 Yen.
Nara liegt ca. 45 Minuten mit der JR-Linie entfernt und ist ein guter Tagesausflug. Der Nara-Park mit den zahmen Rehen und der Todai-ji-Tempel sind die Hauptziele. Osaka ist ca. 15 Minuten mit dem Shinkansen oder 30 Minuten mit dem Schnellzug entfernt und eignet sich für einen Abend mit Essen im Viertel Dotonbori.
Hiroshima und Miyajima
Hiroshima ist mit dem Shinkansen bequem erreichbar und deutlich ruhiger als Tokio oder Kyoto. Der Friedenspark mit dem Atombombenmuseum ist der zentrale Ort. Plane für das Museum mindestens zwei Stunden ein, es ist intensiv und gut gemacht. Der Eintritt kostet ca. 200 Yen.
Miyajima erreichst du mit der Fähre von Hiroshima aus in ca. 10 Minuten, die Fähre ist im JR-Pass enthalten. Der Itsukushima-Schrein mit dem Torii im Wasser ist das bekannteste Motiv. Bei Flut steht das Tor im Wasser, bei Ebbe kannst du hinlaufen. Prüfe die Gezeiten online, bevor du fährst.
Für Hiroshima reichen zwei Nächte, wenn du Miyajima als Tagesausflug machst. Wer mehr Zeit hat, kann von hier nach Okayama oder Himeji weiterfahren, wo das berühmte Himeji-Schloss steht.
Etikette im Alltag
Japan hat viele ungeschriebene Regeln, aber die wichtigsten sind leicht zu lernen. In Zügen und Bussen ist es ruhig, Telefonieren ist unhöflich. Rucksäcke trägst du vorne oder stellst sie auf die Gepäckablage, damit sie niemanden berühren.
Beim Betreten einer Wohnung oder mancher traditioneller Unterkünfte ziehst du die Schuhe aus. In Restaurants bekommst du oft ein Oshibori (feuchtes Handtuch), das du zum Händewaschen nutzt. Trinkgeld ist unüblich und kann sogar verwirren.
Beim Essen ist Schlürfen bei Nudeln normal und gilt als höflich. Stäbchen steckst du nie senkrecht in den Reis, das erinnert an eine Totenzeremonie. Am Eingang vieler Läden steht ein kleiner Teller für Münzen, nutze ihn statt dem Personal Geld in die Hand zu drücken.
| Situation | Was du tun solltest |
|---|---|
| Zug | leise sein, nicht telefonieren |
| Tempel | Schuhe aus, ruhig sprechen |
| Restaurant | Oshibori nutzen, kein Trinkgeld |
| Straße | nicht essen beim Gehen |
| Fotos | vorher fragen bei Personen |
Für Einreise, Visum, Impfungen und Sicherheit schaust du am besten auf die Seite des Auswärtigen Amtes. Dort stehen die aktuellen Bestimmungen, die sich ändern können.
Praktische Planung und Kosten
Japan ist kein Billigreiseland, aber mit etwas Planung machbar. Unterkünfte in Tokio und Kyoto kosten in einfachen Hotels oder Hostels ca. 60 bis 120 Euro pro Nacht, in Hiroshima etwas weniger. Essen ist günstig, wenn du in Konbini, Ramen-Läden oder Supermärkten kaufst.
Ein grober Kostenrahmen für zwei Wochen, ohne Flug:
| Posten | ca. Kosten pro Person |
|---|---|
| Unterkunft | 900 bis 1.800 Euro |
| Bahn (Shinkansen + Nahverkehr) | 350 bis 600 Euro |
| Essen | 300 bis 600 Euro |
| Eintritte und Ausflüge | 100 bis 200 Euro |
| Sonstiges | 150 bis 300 Euro |
Besorge dir vor der Reise eine SIM-Karte oder einen Pocket-WLAN-Router. Öffentliches WLAN ist selten und oft langsam. Lade dir eine Offline-Karte und eine App für Zugverbindungen herunter, zum Beispiel Navitime oder die offizielle JR-App.

Reserviere beliebte Restaurants und Aussichtspunkte vorab, besonders in Kyoto und Tokio. Viele Tempel und Museen haben feste Öffnungszeiten, plane nicht zu knapp. Ein Regenschirm ist in jeder Jahreszeit sinnvoll, auch im Winter.
Fazit: Zwei Wochen Japan mit der Bahn sind machbar
Tokio, Kyoto und Hiroshima in zwei Wochen funktionieren, wenn du nicht zu viel willst. Die Shinkansen-Verbindungen sind schnell und zuverlässig, die Route ist einfach. Der Japan Rail Pass lohnt sich nur, wenn du zusätzliche lange Strecken fährst, sonst sind Einzeltickets günstiger.
Die wichtigsten Regeln für den Alltag sind Ruhe im Zug, Schuhe aus in Innenräumen und kein Trinkgeld. Plane deine Tage mit maximal zwei Vierteln, starte früh an den bekannten Orten und halte dir einen Puffer für Regen und Müdigkeit.
Wer flexibel ist, reist im Mai oder Oktober. Wer in der Kirschblüte fahren will, bucht früh und nimmt höhere Preise in Kauf. Mit leichtem Gepäck, einer IC-Karte und einer Offline-Karte bist du für die erste Japanreise gut aufgestellt.
Häufige Fragen
Lohnt sich der Japan Rail Pass für zwei Wochen Tokio, Kyoto und Hiroshima?
Bei nur diesen drei Städten rechnet sich der Pass oft nicht, weil du die Strecke nur einmal in jede Richtung fährst. Einzeltickets für die Shinkansen plus eine IC-Karte für den Nahverkehr sind meist günstiger. Der Pass lohnt sich, wenn du zusätzliche lange Strecken wie Nikko, Kanazawa oder Himeji einplanst.
Wie viele Tage sollte man für Tokio, Kyoto und Hiroshima einplanen?
Für eine erste Reise sind fünf Nächte Tokio, fünf Nächte Kyoto und zwei Nächte Hiroshima eine gute Aufteilung. Dazu kommen ein bis zwei Ausflugstage nach Nara, Osaka oder Miyajima. Wer mehr Zeit hat, kann Kyoto auf sechs oder sieben Nächte verlängern.
Wann ist die beste Reisezeit für eine erste Japanreise?
Mai und Oktober sind die besten Monate, weil das Wetter mild und trocken ist. Die Kirschblüte Ende März bis Anfang April ist schön, aber sehr voll und teuer. Der Sommer ist heiß und schwül, der Winter kühl, aber ruhig und günstiger.
Welche Etikette-Regeln sind in Japan am wichtigsten?
Im Zug ruhig sein und nicht telefonieren, in Innenräumen die Schuhe ausziehen und kein Trinkgeld geben. Stäbchen nie senkrecht in den Reis stecken und beim Essen in Nudelrestaurants ist Schlürfen normal. Ein feuchtes Handtuch, das Oshibori, nutzt du zum Händewaschen.
Wie bewegt man sich in Japan am besten fort?
Für die Fernstrecken nutzt du die Shinkansen, für den Nahverkehr in Tokio, Kyoto, Osaka und Hiroshima eine Suica- oder Icoca-Karte. Diese IC-Karten funktionieren in Bussen und U-Bahnen und lassen sich am Automaten aufladen. In Tokio ist die Yamanote-Ringlinie das Grundgerüst.