Mit Kleinkindern fliegen: Buchung, Sitzplatz und Beschäftigung

Rund 4,5 Millionen Babys und Kleinkinder starteten 2023 allein von deutschen Flughäfen in den Urlaub. Wer mit Kleinkindern fliegen will, sollte Buchung und Sitzplatz deshalb früh und gezielt angehen. Denn gute Plätze für Familien sind knapp, und wer erst kurz vor dem Abflug bucht, zahlt oft deutlich mehr.

Mit Kleinkindern fliegen: So klappt die Buchung

Wer mit einem Kind unter zwei Jahren fliegt, spart am meisten, wenn die Buchung früh sitzt. Da Familien familienfreundliche Verbindungen besonders stark buchen, solltest du dich sputen.

Der richtige Buchungszeitpunkt

Unser Tipp: Buche mindestens acht Wochen vor dem Abflug. Dann sind die begehrten Plätze in den vorderen Reihen meist noch frei. Außerdem kannst du bei vielen Fluggesellschaften das Babybett gleich mit reservieren. Die Kontingente für Kleinkinder sind pro Flug begrenzt. Deshalb entscheidet die Reihenfolge der Buchung über den Komfort. Reisebüros bestätigen uns diese Praxis seit Jahren. Und ein früher Start senkt auch den Stress am Flughafen.

Kindersitz oder Schoßplatz

Kleinkinder unter zwei Jahren reisen offiziell auf dem Schoß. Allerdings musst du dafür einen Teil des Erwachsenenpreises zahlen. Ein eigener Sitzplatz kostet dagegen oft den vollen Tarif. Trotzdem lohnt er sich auf langen Strecken. Denn ein eigener Platz schont die Nerven aller Beteiligten. Dazu kommt die Sicherheit: Ein geprüfter Kindersitz ist im Flugzeug die bessere Wahl.

Option Alter Kosten pro Strecke Vorteil Nachteil
Schoßplatz unter 2 Jahren ca. 10 bis 20 Prozent des Erwachsenenpreises günstig, kein Extraplatz nötig wenig Bewegungsfreiheit
Eigener Sitzplatz unter 2 Jahren voller Tarif, oft mit Rabatt mehr Komfort, sicherer Halt deutlich teurer
Kindersitz an Bord unter 2 Jahren Leihgebühr je nach Airline unterschiedlich geprüfte Sicherheit nur mit Zulassung
Babybett unter 2 Jahren teilweise kostenlos Liegefläche für lange Flüge begrenzte Anzahl

Du fliegst am besten entspannt mit Kleinkindern, wenn du früh buchst und den Platz bewusst wählst.

Sitzplatzwahl: Wo sitzt es sich mit Kleinkind am besten

Die Platzfrage entscheidet oft über einen entspannten Flug. Wer mit Kleinkindern fliegt, sollte deshalb schon bei der Buchung genau hinschauen. Denn nicht jede Reihe bietet Platz für dein Kind mit Wickeltasche.

Reihen mit Babybett

Für Babys bis etwa zwei Jahre gibt es in vielen Langstreckenflugzeugen spezielle Babybettreihen. Diese Plätze liegen direkt an der Trennwand zwischen den Klassen. Dort lässt sich das Babybett nach dem Start einhängen. Allerdings sind diese Reihen heiß begehrt. Reserviere sie deshalb sofort nach der Buchung, denn die Trennwand schränkt den Fußraum ein. Für Erwachsene wird es dort schnell eng. Du musst Taschen während Start und Landung verstauen.

Plätze am Gang und Fenster

Ein Gangplatz erleichtert das Aufstehen mit Kind enorm. Zum Wickeln oder Beruhigen kommst du so ohne Umwege raus. Fensterplätze dagegen bieten eine natürliche Ablenkung durch die Aussicht. Allerdings ist der Weg zur Toilette weit. Prüfe zudem, ob dein Kind neben einem Fremden sitzen würde, und reserviere deshalb zusammenhängende Plätze.

  • Sitzplätze frühzeitig reservieren
  • Gangplatz für schnelles Aufstehen wählen
  • Babybettreihe direkt nach der Buchung sichern

Babybett und Kinderwagen an Bord

Wer mit Kleinkindern fliegt, plant die Bordausstattung am besten schon bei der Buchung. Denn Babybett und Kinderwagen laufen über getrennte Wege. Beides lässt sich vorbereiten, erfordert aber unterschiedliche Schritte.

Babybett reservieren

Das Babybett hängt an wenigen Plätzen in der ersten Reihe vor einer Trennwand. Deshalb solltest du es direkt nach der Buchung anfordern, denn die Nachfrage ist hoch. Für die meisten Betten gilt ein Höchstgewicht von etwa 11 Kilogramm – genaue Angaben variieren je nach Fluggesellschaft. Zudem brauchst du ein gültiges Alter von etwa unter zwei Jahren – die genauen Bestimmungen variieren je nach Anbieter. Unser Tipp: Bestätige die Reservierung schriftlich und rufe einige Tage vor Abflug noch einmal an. So vermeidest du böse Überraschungen beim Einchecken.

Ausstattung Maße oder Gewicht Wichtige Regel
Babybett bis ca. 11 kg, Länge ca. 75 cm (Angaben ohne Gewähr, bitte bei Buchung bestätigen) nur unter 2 Jahren, Vorabanfrage nötig
Kinderwagen Faltmaß meist ca. 115 × 60 × 30 cm am Gate abgeben, kostenlos
Handgepäck Kinderwagen – nur gefaltet als Handgepäck erlaubt

Kinderwagen am Gate abgeben

Den Kinderwagen nimmst du bis zum Gate mit und gibst ihn dort ab. Allerdings brauchst du eine Faltbescheinigung, falls der Wagen größer ist. Kurz vor dem Einstieg bekommst du ihn zurück. Deshalb lohnt ein leichter Buggy für die Reise. Bei Mit Kleinkindern fliegen gilt unterm Strich: früh reservieren, schriftlich bestätigen und den Wagen leicht halten.

Druckausgleich: So entspannt der Start mit Kleinkind

Beim Abheben und bei der Landung entscheidet sich oft, ob der Flug für alle entspannt bleibt. Schuld ist der schnelle Kabinendruckwechsel. Die Ohrtrompete kleiner Kinder ist enger und reagiert empfindlicher als bei Erwachsenen. Deshalb schmerzt der Druck bei Babys und Kleinkindern deutlich schneller. Wer mit Kleinkindern fliegt, sollte den Start bewusst vorbereiten.

Terminalbereich eines Flughafens mit Blick auf ein startendes Flugzeug am Morgen

Unser Tipp: Stillen oder die Flasche geben, denn das Schlucken öffnet die Ohrtrompete zuverlässig. Auch ein Schnuller hilft vielen Kindern. Größere Kleinkinder kauen geduldig auf einem weichen Brotstück. Ein erkältetes Kind leidet stärker unter dem Druck. Abschwellende Nasentropfen wirken hier oft Wunder, frag aber vorher die Kinderärztin.

  • Stillen, Flasche oder Schnuller beim Abheben und bei der Landung anbieten
  • Weiches Brot oder einen Keks zum Kauen geben
  • Gähnen spielerisch vormachen, das öffnet die Ohren
  • Bei starkem Druck die Nase kurz zuhalten und leicht pusten lassen
  • Nasentropfen nur nach ärztlicher Rücksprache einsetzen

Trotzdem bleibt nicht jeder Start ruhig, doch ein weinendes Kind ist kein Weltuntergang. Die meisten Mitreisenden zeigen Verständnis, wenn du dein Kind beruhigst.

Beschäftigung an Bord: Ideen für kleine Fluggäste

Langeweile ist der größte Unruhestifter in der Luft. Wer mit Kleinkindern fliegen will, plant deshalb die Beschäftigung genauso sorgfältig wie die Buchung. Zwei bis drei Lieblingsstücke beruhigen, unbekannte Dinge wecken dagegen die Neugier.

Flugzeugkabine mit Blick auf freie Sitzreihen und Fenster

Das Auspacken selbst beschäftigt oft länger als das Spielzeug. Wickle deshalb mehrere kleine Päckchen in buntes Papier. So bleibt der Überraschungseffekt über den ganzen Flug erhalten, denn nach etwa 90 Minuten wird es erfahrungsgemäß unruhig.

Bilderbücher mit Klappen funktionieren zuverlässig, außerdem kleben wiederverwendbare Aufkleber ohne Rückstände. Für den Druckausgleich beim Sinkflug hilft ein Lutscher oder ein Trinkhalm.

Kinderwagen am Flugsteig vor einem Flugzeugfenster

Packliste für Beschäftigung im Flugzeug

  • Zwei bis drei bekannte Lieblingsspielzeuge als Trostspender
  • Drei neu verpackte Kleinigkeiten zum Auspacken
  • Ein Bilderbuch mit Klappen oder Fühlflächen
  • Wiederverwendbare Aufkleber und ein dünnes Malheft mit Wachsmalstiften
  • Ein leerer Trinkhalm oder Lutscher für den Druckausgleich
  • Snacks in kleinen Dosen, aber nichts Krümeliges

Unser Tipp: Übe das Sitzenbleiben vorher zu Hause, etwa beim Warten im Restaurant.

Entspannt ankommen: Unsere klare Empfehlung für Familien

Am Ende zählt: Du kommst ausgeruht an, nicht fertig. Deshalb buchen wir früh, wählen Plätze mit kurzem Weg zum Ausgang und reservieren das Babybett sofort nach der Buchung. Wer mit Kleinkindern fliegen will, sollte den Druckausgleich beim Start aktiv einplanen, etwa mit Trinkflasche oder Schnuller. Dabei entsteht der größte Unterschied nicht an Bord, sondern bereits in der Vorbereitung.

Packt daher eine kleine Beuteltasche mit Snacks, Wechselkleidung und einem Lieblingsspielzeug griffbereit ein, niemals im aufgegebenen Gepäck. Zudem empfehlen wir, pro Flugstunde rund 15 Minuten Beschäftigung einzuplanen und geschickt zwischen Bewegung, Snack und Ruhe zu wechseln. Außerdem solltet ihr die Buchungsbestätigung für das Babybett ausdrucken und beim Einsteigen vorzeigen. So vermeidet ihr unnötige Diskussionen am Gate.

Vor der Anreise prüft zudem unbedingt die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts zu Einreise und Sicherheit im Zielland. Denn du fliegst entspannter, wenn du vorausschauend buchst und das Nötigste stets griffbereit hast. Letztlich macht diese durchdachte Vorbereitung den entscheidenden Unterschied, nicht der teuerste Sitzplatz.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter dürfen Kleinkinder fliegen?

Kleinkinder dürfen grundsätzlich ab dem 14. Tag fliegen, wenn die Airline zustimmt. Viele Airlines verlangen für Säuglinge ein ärztliches Attest. Informiere dich vor der Buchung direkt bei deiner Fluggesellschaft.

Braucht mein Kleinkind beim Fliegen einen eigenen Sitzplatz?

Bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr reist dein Kind meist auf dem Schoß mit. Ein eigener Sitzplatz bietet mehr Komfort und Sicherheit. Für längere Flüge lohnt sich die Buchung eines Kindersitzes.

Wie bekomme ich mit Kleinkindern fliegen ein Babybett an Bord?

Reserviere das Babybett frühzeitig bei der Airline, denn die Plätze sind begrenzt. Meist gelten Gewichts- und Altersgrenzen von etwa 10 bis 12 Kilogramm. Bestätige die Reservierung vor dem Abflug noch einmal telefonisch.

Was hilft Kleinkindern beim Druckausgleich im Flugzeug?

Lass dein Kind beim Start und bei der Landung trinken oder einen Schnuller nutzen. Kauen und Schlucken öffnen die Ohrtrompete und gleichen den Druck aus. Stillen oder eine Flasche wirken bei Babys besonders zuverlässig.

Darf ich den Kinderwagen mit in die Kabine nehmen?

Den Kinderwagen gibst du meist am Gate ab und bekommst ihn nach der Landung zurück. Für die Kabine brauchst du einen faltbaren Buggy, der den Maßen der Airline entspricht. Prüfe die Regeln vorab auf der Buchungsbestätigung.