Rund 18 Grad Celsius erreicht Madeira selbst im Januar an der Südküste. Genau deshalb gilt Madeira im Winter als Geheimtipp für Wanderer, die der Kälte entfliehen wollen. Wer jetzt bucht, findet zudem deutlich günstigere Unterkünfte als in den Sommermonaten.
Warum Madeira im Winter die beste Wanderzeit ist
Zwischen Dezember und Februar fallen die Temperaturen selten unter 15 Grad. Deshalb bleiben fast alle Levadas ganzjährig begehbar. Unsere Redaktion war schon dreimal im Januar dort und kam jedes Mal auf ihre Kosten.
Milde Temperaturen statt Frost
Auf Meereshöhe misst du mittags meist angenehme 17 bis 20 Grad. In Funchal klettert das Thermometer an sonnigen Tagen sogar auf 22 Grad. Frost gibt es praktisch nur in den höchsten Berglagen. Für Wanderungen in T-Shirt und leichter Jacke reicht das völlig aus. Zum Beispiel startest du an der Levada do Rei bequem bei 18 Grad. Die Wassertemperaturen liegen bei etwa 19 Grad, das wissen nur wenige. Ein Sprung ins Meer ist also durchaus drin.
Regen im Norden, Sonne im Süden
Der Norden bekommt deutlich mehr Niederschlag als der Süden. Denn die Passatwolken stauen sich an den Bergen. Trotzdem wandern viele Gäste genau dort. Der Grund: Der Lorbeerwald bleibt ganzjährig grün und die Wasserfälle rauschen stärker als im Sommer.
| Region | Ø Temperatur | Regentage | Sonnenstunden |
|---|---|---|---|
| Nordküste (Porto Moniz) | 16 bis 18 Grad | 12 bis 14 | 4 bis 5 |
| Südküste (Funchal) | 18 bis 20 Grad | 6 bis 8 | 6 bis 7 |
| Hochland (Pico do Arieiro) | 8 bis 12 Grad | 10 bis 13 | 5 bis 6 |
Für Madeira im Winter gilt deshalb: Wer Sonne will, bleibt im Süden. Wer Nebelwald mag, fährt in den Norden.
Die besten Levadawanderungen für den Winter
Auf Madeira im Winter wandern heißt: angenehme Temperaturen um 17 Grad, weniger Andrang und sattgrüne Wälder. Die folgenden Levadas lohnen sich besonders, denn sie führen meist durch geschützte Täler.
Levada do Caldeirão Verde
Diese Route startet am Parkplatz von Queimadas bei Santana. Du läufst etwa 6,5 Kilometer bis Caldeirão do Inferno, also rund 13 Kilometer hin und zurück, mit geringen Höhenmetern. Der Weg führt durch dichten Lorbeerwald und mehrere Tunnel. Weil es im Winter häufiger regnet, rauscht der Wasserfall am Ende kräftiger als im Sommer.
Levada das 25 Fontes
Vom Parkplatz Rabaçal geht es durch offene Hänge. Einige Höhenmeter sammelst du auf dem Rückweg. Im Winter zeigen sich die 25 Quellen von ihrer stärksten Seite, denn Regen füllt die Becken zuverlässig.
Levada do Rei
Die entspannte Variante beginnt in São Jorge. Auf etwa 10 Kilometern begleitest du den Kanal bis zu einer stillen Lichtung. Trotzdem solltest du eine Stirnlampe einpacken, denn zwei kurze Tunnel liegen auf der Strecke.
- Checkliste für die Wanderung entlang der Levadas: Schuhwerk, Regenjacke, Stirnlampe, Wasser, Snacks
Unterkunft auf Madeira: Wo du im Winter am besten wohnst
Für deine Madeira im Winter Reise zählt vor allem eines: ein Standort, der kurze Wege zu den Levadas bietet. Deshalb lohnt sich die Wahl der Unterkunft mehr als du denkst.
Funchal als Basis
Funchal punktet mit rund 105.000 Einwohnern, vielen Restaurants und ganzjährig geöffneten Hotels. Von hier erreichst du den Flughafen in etwa 20 Minuten. Außerdem starten zahlreiche Wanderungen im Süden direkt vor der Haustür. Allerdings kostet eine Nacht im Zentrum oft zwischen 70 und 140 Euro. Parkplätze sind dort knapp und teuer, das merken erst vor Ort viele.
Ruhige Orte im Westen
Calheta liegt an der warmen Südwestküste und bietet viele Ferienwohnungen. Dort zahlst du pro Nacht meist 60 bis 110 Euro. Porto Moniz im Nordwesten ist deutlich ruhiger, aber regenreicher. Santana im Norden lockt mit traditionellen Strohhäusern. Trotzdem brauchst du dort für jede Levada ein Auto.
| Ort | Lage | Preisspanne pro Nacht | Vorteil |
|---|---|---|---|
| Funchal | Süden, zentral | ca. 70 bis 140 Euro | Restaurants, kurze Wege |
| Calheta | Südwesten, Küste | ca. 60 bis 110 Euro | mildes Wetter, Strand |
| Porto Moniz | Nordwesten | ca. 55 bis 100 Euro | Naturpools, ruhig |
| Santana | Norden | ca. 50 bis 95 Euro | Strohhäuser, authentisch |
Unser Tipp: Buche im Winter früh, denn zwischen Dezember und Februar sind viele Häuser ausgebucht.
Mietwagen auf Madeira: Worauf du achten musst
Ohne Mietwagen wird jede Wanderung entlang der Levadas zum logistischen Kraftakt. Die Startpunkte liegen nämlich oft tief im Inselinneren, abseits sämtlicher Buslinien. Deshalb brauchst du für Madeira im Winter unbedingt ein eigenes Fahrzeug. Allerdings lauern bei der Buchung einige Fallstricke, auf die du achten solltest.

Tipps für die Mietwagenbuchung:
- Reserviere früh, denn in der Hochsaison sind die günstigen Kategorien schnell weg.
- Nimm Vollkasko ohne Selbstbehalt, weil Bergstraßen enge Kurven und steile Rampen haben.
- Prüfe die Tankregelung, damit du bei der Rückgabe keine Aufpreise zahlst.
- Plane in Funchal genügend Zeit ein, denn die Parkplätze in der Altstadt sind knapp und teuer.
Ein kleiner Stadtwagen reicht meist aus, denn die Levadas erreichst du über schmale Zufahrten. Trotzdem solltest du auf genügend Bodenfreiheit achten, weil manche Straßen holprig sind. Unser Tipp: Buche direkt beim Vermieter vor Ort und spare dir lange Warteschlangen am Flughafen. Was viele übersehen: Die Bergstraßen sind oft neblig, deshalb plane mehr Fahrzeit ein. Zudem empfiehlt sich eine Navigationsanwendung mit Offlinekarten, da das Mobilfunknetz in den Bergen lückenhaft ist. Außerdem solltest du bei Ankunft tagsüber fahren, damit du dich an die besonderen Straßenverhältnisse gewöhnen kannst. Denn die Kombination aus Nebel, engen Kurven und Gegenverkehr erfordert Konzentration.
Praktische Tipps für deine Winterwanderung auf Madeira
- Vor der Abreise klären: Wetterbericht checken, Wanderkarte laden, Auswärtiges Amt zu Einreise und Sicherheit lesen, Notrufnummer 112 speichern
Auf Madeira im Winter erlebst du auf 1.500 Metern Höhe oft zehn Grad weniger als in Funchal. Deshalb packst du besser Zwiebelkleidung ein, dazu eine wasserdichte Jacke und feste Wanderschuhe mit Profil. In den Bergen regnet es nämlich deutlich häufiger als an der Südküste. Für die Levadas brauchst du außerdem eine Stirnlampe, denn durch die Tunnel läufst du oft 300 Meter im Dunkeln. Unser Tipp: Starte früh, damit du vor 16 Uhr zurück bist, denn ab dann wird es schnell dunkel.
Was viele übersehen: Besonders nach Regen rutschst du auf den Wegen leichter aus. Trittsicherheit ist also wichtiger als Tempo. Prüfe zudem vor jeder Tour die aktuellen Hinweise der Regionalregierung zu Sperrungen. Bei Einreise, Visum und Impfungen gilt der Stand des Auswärtigen Amtes, nicht das Hörensagen aus Foren.

Zudem solltest du ausreichend Proviant und Wasser einplanen, denn Hütten oder Kioske findest du auf vielen Strecken nicht. Eine kleine Erste-Hilfe-Ausrüstung gehört ebenso ins Gepäck wie ein voll geladenes Handy. Außerdem empfiehlt sich eine Wanderversicherung, die Bergrettung abdeckt. Denn auf Madeira kann das Wetter binnen Minuten umschlagen. Bleibe deshalb stets auf dem markierten Weg und informiere jemanden über deine geplante Route. So erlebst du die winterliche Insel nicht nur sicher, sondern auch gut gelaunt.
Unser klares Urteil: Madeira im Winter lohnt sich immer
Madeira im Winter ist keine Notlösung, sondern die bessere Wahl. Zwischen Dezember und März erwarten dich angenehme 18 bis 22 Grad im Süden, während Nordeuropa friert. Deshalb raten wir: Buche deine Reise für Januar oder Februar, denn dann sind die Levadas leer und die Preise niedriger. Plane zwei Tage als Schlechtwettertage ein, denn Regenfronten im Norden ziehen schnell durch.
Unser Tipp: Nimm dir mindestens sieben Tage Zeit. Zwei davon planst du als Schlechtwettertage ein, zum Beispiel für Funchal oder das Madeira Story Centre. Für die Levada do Caldeirão Verde brauchst du feste Schuhe und eine Stirnlampe, denn der Tunnel ist unbeleuchtet. Miete deinen Wagen früh, weil im Winter nur begrenzt Automatikfahrzeuge verfügbar sind.

In den Höhenlagen fallen die Temperaturen nachts auf 8 Grad, das wissen nur wenige. Pack also eine warme Jacke ein, auch wenn du tagsüber im T-Shirt wanderst. Prüfe vor der Abreise die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amtes zu Einreise und Sicherheit. Kurz gesagt: Wer milde Temperaturen, leere Wege und grüne Landschaften sucht, findet auf Madeira im Winter sein Glück.
Häufige Fragen
Wie warm ist es auf Madeira im Winter wirklich?
An der Südküste liegen die Tageswerte meist zwischen 17 und 20 Grad. Nachts kühlt es auf etwa 13 bis 15 Grad ab. Frost gibt es in Funchal so gut wie nie.
Welche Levada ist im Winter auf Madeira am besten geeignet?
Die Levada do Caldeirão Verde im Nordosten bleibt auch im Winter gut begehbar. Sie verläuft oft geschützt im Wald und ist kaum ausgesetzt. Bei starkem Regen solltest du aber auf die Levada do Rei ausweichen.
Brauche ich für Madeira im Winter einen Mietwagen?
Für Wanderungen abseits von Funchal ist ein Mietwagen fast unverzichtbar. Viele Startpunkte der Levadas liegen abgelegen und sind per Bus schlecht erreichbar. Miete möglichst früh, denn im Winter sind Automatikfahrzeuge schnell vergriffen.
Regnet es auf Madeira im Winter sehr stark?
Der Norden und die Hochlagen bekommen deutlich mehr Regen als der Süden. In Porto Moniz fallen im Januar oft über 100 Millimeter Niederschlag. Funchal und Caniço bleiben dagegen meist trocken und sonnig.
Welche Unterkunft passt zu einer Winterwanderung auf Madeira?
Funchal eignet sich als Basis für fast alle Levadas im Süden und Zentrum. Ruhiger wohnst du in Calheta oder Ponta do Sol an der Westküste. Von dort erreichst du die Wanderungen im Westen in unter 30 Minuten.