Vietnam von Nord nach Süd: Route und Reisezeit

Rund 1.800 Kilometer liegen zwischen Hanoi und Ho Chi Minh Stadt, dazwischen drei Klimazonen und völlig unterschiedliche Reisewelten. Wer Vietnam von Nord nach Süd in drei Wochen durchqueren will, muss Route und Reisezeit deshalb clever kombinieren. Genau dabei hilft dir dieser Leitfaden mit konkreten Etappen, Verkehrsmitteln und Klimadaten.

Vietnam von Nord nach Süd: Die klassische Route für drei Wochen

Für die Strecke von Hanoi bis ins Mekongdelta brauchst du mindestens drei Wochen. Diese Route führt dich durch drei Klimazonen und du erlebst das Land in seiner ganzen Bandbreite. Starte im Norden, arbeite dich nach Süden vor.

Hanoi als Startpunkt

In Hanoi herrscht ein Verkehrschaos, das du so kaum ein zweites Mal erlebst. Trotzdem ist die Altstadt der perfekte Einstieg. Gönn dir zwei volle Tage für die Stadt, denn dann gehört die Straße den Fußgängern. Unser Tipp: Frühstücke mit einer Schüssel Pho an einem Straßenstand.

Der Sprung in die Berge: Sapa oder Ha Giang

Nach Hanoi lockt der Norden mit Berglandschaften. Während Sapa per Nachtzug erreichbar, aber oft überlaufen ist, bleibt Ha Giang ruhiger und wilder. Die Loop mit dem Motorrad dauert drei bis vier Tage, wofür du einen internationalen Führerschein brauchst.

  • Fleecejacke für kühle Bergnächte
  • Regenjacke für plötzliche Schauer
  • Feste Wanderschuhe
  • Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor
  • Bargeld in kleinen Scheinen

Klimazonen verstehen: Wann du wo am besten reist

Vietnam erstreckt sich über rund 1650 Kilometer von Norden nach Süden. Deshalb herrschen drei deutlich verschiedene Klimazonen.

Nordvietnam: Vier Jahreszeiten

Im Norden erlebst du echte Jahreszeiten. Zwischen Dezember und Februar fallen die Temperaturen in Hanoi auf etwa 15 bis 20 Grad. In Sapa und Ha Giang kann es nachts sogar leicht frieren. Von Mai bis September ist es dagegen heiß und schwül, außerdem regnet es häufig. Unser Tipp: März bis April und Oktober bis November bieten die besten Bedingungen für Trekking.

Zentralvietnam: Regen und Sonne im Wechsel

Hue und Hoi An haben eine eigene Regenzeit. Zwischen September und Dezember fällt hier besonders viel Niederschlag. Trotzdem bleibt es mild, denn die Temperaturen liegen meist zwischen 22 und 28 Grad. Von Februar bis August ist es dagegen trocken und sonnig.

Süden: Tropisch warm das ganze Jahr

Ho Chi Minh Stadt und das Mekongdelta kennen kaum Jahreszeiten. Die Temperaturen liegen das ganze Jahr zwischen 25 und 33 Grad. Allerdings gibt es eine Trockenzeit von Dezember bis April. In der Regenzeit von Mai bis November schüttet es meist nur am Nachmittag.

Hanoi: Altstadtgassen mit gelben Fassaden und Motorrädern, ohne Menschen im Vordergrund

Die folgende Tabelle zeigt die beste Reisezeit für jede Region.

Region Beste Reisezeit Temperaturen Regenzeit
Nordvietnam März bis April, Oktober bis November 15 bis 30 Grad Mai bis September
Zentralvietnam Februar bis Juli 22 bis 32 Grad August bis Januar
Süden Dezember bis April 25 bis 33 Grad Mai bis November

Von Hanoi nach Zentralvietnam: Zug, Bus oder Flugzeug

Bei den rund 650 Kilometern von Hanoi nach Hue bestimmst du mit dem Verkehrsmittel deinen Komfort und dein Zeitbudget. Wer auf der klassischen Route Vietnam von Nord nach Süd unterwegs ist, hat dabei drei realistische Optionen.

Verkehrsmittel Fahrzeit Preis (ca.) Komfort
Nachtzug ca. 12 bis 14 Stunden ca. 25 bis 45 Euro Liegewagen, ruhig
Reisebus ca. 13 bis 15 Stunden ca. 15 bis 25 Euro Eng, wenig Schlaf
Flugzeug ca. 1 Stunde 20 Minuten Preise variieren Schnell, aber Anfahrt zum Airport

Nachtzug nach Hue

Der Nachtzug ist unsere klare Empfehlung für diese Strecke. Du sparst eine Hotelübernachtung und wachst entspannt in Zentralvietnam auf.

  • Reserviere mindestens drei Tage vorher über die offizielle Bahnseite oder dein Hotel.
  • Nimm Ohrstöpsel mit, denn die Klimaanlage brummt die ganze Nacht.
  • Verstaue Wertsachen im Tagesrucksack direkt am Platz.

Die Hai Kastenwagen Pass mit dem Motorrad

Zwischen Hue und Da Nang wartet dann der landschaftliche Höhepunkt der Strecke. Der Hai Van Pass schlängelt sich über 21 Kilometer auf 496 Meter Höhe. Deshalb mietest du am besten in Hue ein Motorrad und gibst es in Da Nang wieder ab.

Was viele übersehen: Der Pass ist keine reine Touristenattraktion, sondern eine echte Verkehrsstraße. Trotzdem lohnt die Fahrt bei trockenem Wetter allemal.

Zentralvietnam: Hue, Hoi An und der Weg nach Süden

Hue trägt seine Geschichte offen zur Schau. In der Zitadelle aus dem Jahr 1804 verlierst du dich leicht für drei Stunden zwischen Toren und Wassergräben. Dabei lohnt es sich, die verschiedenen Höfe und Pavillons in Ruhe zu erkunden. Anschließend lohnt die Fahrt mit dem Fahrrad hinaus zu den Kaisergräbern, die verstreut am Parfümfluss liegen. Übrigens eignet sich diese Route besonders für den frühen Morgen, da das Licht dann am schönsten ist.

Sapa: Terrassenfelder im Morgennebel, keine Menschen

Weiter südlich wartet Hoi An mit einer Altstadt, die seit 1999 zum Weltkulturerbe zählt. Zudem bietet die Stadt ein besonderes Erlebnis für Reisende, die gerne aktiv werden oder lokale Handwerkskunst erleben möchten.

  • Schneider dir innerhalb von 24 Stunden ein Hemd nach Maß, denn die Werkstätten arbeiten erstaunlich präzise.
  • Miete ein Fahrrad und fahre 20 Minuten hinaus zu den Reisfeldern, wo kaum jemand unterwegs ist.
  • Probiere Cao Lau, eine Nudelsuppe, die es ausschließlich hier gibt.

Für die Weiterreise nimmst du den Nachtbus nach Nha Trang, der etwa zwölf Stunden braucht. Wer es eilig hat, fliegt von Da Nang aus in rund 75 Minuten. Plane für die Etappe Vietnam von Nord nach Süd deshalb bewusst einen Ruhetag ein. Außerdem empfiehlt sich, die Fahrkarten einen Tag vorher zu besorgen, damit du dir den besten Sitzplatz sicherst.

Der Süden: Ho Chi Minh Stadt und das Mekongdelta

Die letzten Tage deiner Vietnam von Nord nach Süd Route gehören dem Süden. Ho Chi Minh Stadt empfängt dich mit acht Millionen Motorrädern und einem Verkehr, der chaotisch wirkt, aber funktioniert. Zum Eingewöhnen schlenderst du durch die Dong Khoi Straße und trinkst einen Kaffee am Fluss. Am nächsten Morgen geht es ins Delta.

Plane zwei Tage für das Mekongdelta ein. Ab My Tho tuckerst du mit dem Boot durch schmale Kanäle, vorbei an Kokospalmen und Hausbooten. Übernachte in Can Tho, denn der schwimmende Markt Cai Rang startet gegen fünf Uhr morgens. Du solltest hier früh aufstehen, um den Markt zu erleben.

Hai Van Pass: Küstenstraße mit Blick auf das Meer, keine Fahrzeuge

Diese Speisen solltest du im Mekongdelta probieren:

  • Frisch gepressten Kokossaft direkt aus der Nuss
  • Banh Xeo, die knusprige Reismehlpfanne mit Garnelen
  • Gegrillten Elefantenfisch aus dem Fluss
  • Reiswein aus der Kleinstadt Ben Tre

Trotzdem brauchst du für die Rückfahrt kein Taxi. Busse fahren stündlich von Can Tho zurück nach Ho Chi Minh Stadt, rund vier Stunden für etwa acht Euro. Plane deinen Abflug erst am übernächsten Tag ein.

So holst du das Beste aus deinen drei Wochen heraus

Plane deine Vietnam von Nord nach Süd Route mit Puffer. Zwei bis drei Tage Reserve retten dich bei Regen oder Verspätungen. Unser Tipp: Buche den Nachtzug nach Hue erst vor Ort. So bleibst du flexibel, denn im Norden regnet es zwischen Juni und August oft heftig. Für Einreise, Visum und Impfungen prüfst du vorab die Seite des Auswärtigen Amtes. Dort stehen alle aktuellen Regeln, und zwar verlässlich. So vermeidest du ärgerliche Probleme bei der Einreise. Gegen Durchfall hilft eine kleine Reiseapotheke mit Elektrolyten. Außerdem solltest du nur abgefülltes Wasser trinken, auch zum Zähneputzen. Was viele übersehen: Die Hitze im Süden fordert dich mehr als gedacht. Trinke mindestens drei Liter täglich und meide die Mittagssonne. Für Sicherheit gilt dieselbe Quelle, nämlich das Auswärtige Amt. Kopiere wichtige Dokumente zusätzlich aufs Handy und bewerte deine Reisezeit realistisch. Drei Wochen reichen für die Klassiker, aber nicht für alles. Deshalb empfehlen wir: Streiche eine Station, statt zu hetzen.

Häufige Fragen

Wie lange brauchst du für Vietnam von Nord nach Süd?

Für die Strecke von Hanoi bis Ho Chi Minh Stadt solltest du mindestens drei Wochen einplanen. Wer mehr Zeit hat, bleibt vier Wochen und legt Zwischenstopps in Ninh Binh oder Dalat ein. Drei Wochen reichen für die klassische Route mit Hue, Hoi An und dem Mekongdelta.

Wann ist die beste Reisezeit für Vietnam von Nord nach Süd?

Für die komplette Nord-Süd-Route eignen sich März und April am besten. Dann ist der Norden mild, die Mitte trocken und der Süden angenehm warm. Im Juli und August regnet es im Norden und in der Mitte häufig stark.

Welche Verkehrsmittel nutzt du auf der Route von Nord nach Süd?

Nachtzüge und Inlandsflüge verbinden die großen Städte am schnellsten. Für kürzere Etappen wie den Hai Van Pass mietest du am besten ein Motorrad. Busse sind günstig, brauchen aber oft deutlich länger als die Bahn.

Wie viele Klimazonen durchquerst du in Vietnam?

Vietnam hat drei Klimazonen: der Norden hat vier Jahreszeiten, die Mitte Regenzeit von September bis Dezember, der Süden tropische Temperaturen. Deshalb unterscheidet sich das Wetter auf deiner Route oft um mehrere Grad.

Was kostet eine drei Wochen lange Reise durch Vietnam?

Mit einfachen Unterkünften und lokalen Bussen kommst du mit etwa 600 bis 900 Euro für drei Wochen aus. Wer Inlandsflüge und Mittelklassehotels nutzt, plant eher 1200 bis 1600 Euro ein. Die genauen Preise prüfst du am besten kurz vor der Buchung.