Krakau ist eine Stadt, die sich in drei Tagen gut erschließen lässt, wenn du weißt, wie du deine Zeit einteilst. Die ehemalige polnische Königsstadt liegt am Fluss Weichsel und kombiniert eine gut erhaltene Altstadt mit dem lebendigen jüdischen Viertel Kazimierz und zwei der bekanntesten Ausflugsziele Polens: das Salzbergwerk Wieliczka und das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Dieser Leitfaden zeigt dir eine konkrete Route, was du an jedem Tag einplanen solltest und welche praktischen Details du vorab klären musst.
Anreise und praktische Vorbereitung
Bevor du deine drei Tage planst, solltest du die organisatorischen Punkte klären. Krakau hat einen internationalen Flughafen (KRK), der etwa 12 Kilometer westlich der Stadt liegt. Vom Flughafen kommst du mit dem Verkehrsmittel (ca. 20 Minuten zum Hauptbahnhof) oder mit dem Bus 208 oder 252 in die Innenstadt. Ein Taxi oder Fahrdienst kostet je nach Verkehr ca. 60 bis 90 Zloty. Wenn du mit dem Zug anreist, liegt der Hauptbahnhof direkt am Einkaufszentrum Kraków Główny und nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt.
Für deine Unterkunft ist die Altstadt (Stare Miasto) ideal, wenn du abends viel zu Fuß machen willst. Kazimierz ist etwas ruhiger und preiswerter, aber immer noch gut angebunden. Die öffentlichen Verkehrsmittel in Krakau sind günstig: Ein Einzelticket für Straßenbahn und Bus kostet ca. 4 Zloty, ein 24-Stunden-Ticket ca. 15 Zloty. Du kannst Tickets direkt in der App oder am Automaten kaufen.
Informiere dich vor der Reise beim Auswärtigen Amt über die aktuellen Reiseorganisationbestimmungen für Polen. Polen gehört zum Schengen-Raum, für deutsche Staatsbürger ist die Einreise mit Personalausweis oder Reisepass möglich. Impfungen sind in der Regel nicht vorgeschrieben, aktuelle Empfehlungen findest du beim Robert-Koch-Institut. Die beste Reisezeit für Krakau sind die Monate Mai bis September, wobei Juli und August die wärmsten, aber auch vollsten Monate sind. Für einen Städtetrip mit weniger Andrang bieten sich Mai, Juni oder September an.
Tag 1: Die Altstadt und der Wawel
Beginne deinen ersten Tag am besten früh, denn die Altstadt von Krakau ist UNESCO-Weltkulturerbe und zieht viele Besucher an. Starte am Rynek Główny, dem Hauptmarkt, einem der größten mittelalterlichen Plätze Europas. Dort stehen die Marienbasilika (Bazylika Mariacka) und das Tuchhallengebäude (Sukiennice). In der Marienbasilika solltest du dir den berühmten Altar von Veit Stoß ansehen. Der Eintritt kostet ca. 15 Zloty, für den Turm zahlst du extra. Der Altar wird nur zu bestimmten Zeiten geöffnet, informiere dich vorab an der Kasse.
Vom Hauptmarkt gehst du die Floriańska-Straße entlang zum Barbakan, einem gotischen Wehrturm, und weiter durch das Florianstor. Das ist der klassische Weg entlang der ehemaligen Stadtmauer. Wenn du Zeit hast, lohnt sich ein Abstecher in das Collegium Maius, den ältesten Teil der Jagiellonen-Universität. Die Innenhöfe sind frei zugänglich, das Museum kostet ca. 20 Zloty.
Am Nachmittag geht es zum Wawel-Hügel, der etwa 20 Gehminuten vom Hauptmarkt entfernt liegt. Der Wawel war jahrhundertelang die Residenz der polnischen Könige. Du kannst das Schloss, die Kathedrale und die Drachenhöhle besuchen. Für Schloss und Kathedrale gibt es separate Tickets, die je nach Bereich zwischen ca. 20 und 40 Zloty kosten. Die Drachenhöhle (Smocza Jama) ist ein kleiner Höhlengang, der zum Weichselufer führt, Eintritt ca. 10 Zloty. Plane für den Wawel mindestens drei Stunden ein, wenn du die Innenräume besichtigen willst.
Zum Abendessen empfehle ich dir ein traditionelles polnisches Restaurant in der Altstadt, zum Beispiel das „Pod Aniołami“ in der ul. Grodzka oder das „Kogel Mogel“ in der ul. Sienna. Typische Gerichte sind Pierogi (Teigtaschen), Żurek (Sauerteigsuppe) und Bigos (Krauteintopf). Ein Hauptgericht kostet in der Regel zwischen 30 und 60 Zloty.
Tag 2: Kazimierz und das jüdische Erbe
Der zweite Tag gehört Kazimierz, dem ehemaligen jüdischen Viertel von Krakau. Es liegt südlich der Altstadt und ist in etwa 15 Gehminuten oder mit der Straßenbahn (Linien 3, 19, 24) erreichbar. Kazimierz war über Jahrhunderte ein Zentrum jüdischen Lebens in Polen. Heute findest du dort Synagogen, den Remuh-Friedhof und viele kleine Cafés, Galerien und Restaurants.
Starte an der Alten Synagoge (Stara Synagoga) in der ul. Szeroka. Sie ist eine der ältesten erhaltenen Synagogen Polens und beherbergt heute ein Museum zur Geschichte der Juden in Krakau. Der Eintritt kostet ca. 15 Zloty. Gleich daneben liegt die Remuh-Synagoge mit dem angrenzenden Friedhof, einem der ältesten jüdischen Friedhöfe Europas. Männer müssen beim Betreten eine Kopfbedeckung tragen, die oft vor Ort ausgeliehen werden kann.
Für einen tieferen Einblick in die Geschichte lohnt sich ein Besuch der Fabrik von Oskar Schindler in der ul. Lipowa 4, die heute ein Museum ist. Die Dauerausstellung „Krakau unter deutscher Besatzung 1939–1945“ ist sehr eindrücklich. Der Eintritt kostet ca. 30 Zloty, an Montagen ist der Eintritt frei, aber dann ist es oft voll. Plane mindestens zwei Stunden ein.
Zum Mittagessen kannst du in Kazimierz in einem der vielen jüdischen Restaurants einkehren, zum Beispiel im „Klezmer Hois“ in der ul. Szeroka oder im „Hamsa“ in der ul. Szeroka. Dort gibt es Gerichte wie Gefilte Fisch, Latkes oder Hummus. Die Preise liegen meist zwischen 25 und 50 Zloty für ein Hauptgericht.
Am späten Nachmittag kannst du durch die verwinkelten Gassen von Kazimierz schlendern und die Street-Art und kleinen Läden entdecken. Ein Abstecher zur Weichselpromenade lohnt sich, besonders bei Sonnenuntergang. Dort gibt es auch einige Bars und Restaurants mit Blick auf den Fluss.
Tag 3: Ausflüge nach Wieliczka und Auschwitz
Für den dritten Tag hast du zwei klassische Ausflugsziele zur Wahl: das Salzbergwerk Wieliczka oder das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Beide liegen außerhalb von Krakau und erfordern eine gewisse Planung. Wenn du nur einen Tag zur Verfügung hast, musst du dich entscheiden. Wieliczka ist ca. 15 Kilometer von Krakau entfernt und mit dem Zug (ca. 20 Minuten) oder Bus (ca. 30 Minuten) erreichbar. Auschwitz liegt ca. 70 Kilometer westlich und ist mit dem Bus oder Zug in etwa 1,5 bis 2 Stunden erreichbar.
Das Salzbergwerk Wieliczka ist ein UNESCO-Weltkulturerbe und beeindruckt mit unterirdischen Kammern, Kapellen und Seen aus Salz. Die Führung dauert etwa zwei bis drei Stunden und führt über viele Treppen. Der Eintritt kostet je nach Tour ca. 80 bis 120 Zloty. Fotogenehmigung kostet extra. Es gibt auch eine deutsche Führung, die du vorab online buchen solltest. Besonders die Kapelle der heiligen Kinga ist sehenswert. Für den Ausflug solltest du festes Schuhwerk anziehen, da es unterirdisch rutschig sein kann.
Auschwitz-Birkenau ist ein Ort des Gedenkens und der historischen Aufarbeitung. Der Besuch ist kostenlos, aber du musst vorab online ein Zeitfenster buchen. Führungen gibt es in verschiedenen Sprachen, darunter auch Deutsch. Die Tour dauert etwa drei bis vier Stunden und führt durch beide Lagerteile. Es ist ein intensiver Besuch, der Zeit zum Nachdenken braucht. Plane den restlichen Tag nicht zu voll. Die Anreise mit dem Bus vom Krakauer Hauptbahnhof dauert ca. 1,5 Stunden, mit dem Zug bis Oświęcim ca. 2 Stunden. Vom Bahnhof Oświęcim sind es noch etwa 20 Gehminuten oder ein kurzer Bus zum Lager.
Wenn du dich für Auschwitz entscheidest, solltest du dich vorab über die aktuellen Öffnungszeiten und Buchungsmodalitäten informieren. Die offizielle Website des Museums bietet alle Informationen. Bedenke, dass der Besuch emotional belastend sein kann. Nimm dir Zeit, um das Erlebte zu verarbeiten.
Was du an drei Tagen nicht schaffst
Drei Tage in Krakau sind ausreichend, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu sehen, aber du wirst nicht alles schaffen. Wenn du mehr Zeit hast, kannst du zum Beispiel den Kościuszko-Hügel besuchen, den Botanischen Garten oder einen Tagesausflug in den Nationalpark Ojców machen. Auch die Stadt Tarnów oder das Kloster Jasna Góra in Częstochowa sind lohnende Ziele, aber sie liegen weiter entfernt und brauchen jeweils einen ganzen Tag.
Für deine Planung solltest du bedenken, dass Krakau an Wochenenden und in den Sommermonaten sehr voll sein kann. Die Altstadt und Kazimierz sind dann oft überlaufen. Wenn du die Möglichkeit hast, reise unter der Woche oder außerhalb der Hauptsaison. Die Preise für Unterkünfte sind in der Nebensaison deutlich niedriger.

Ein weiterer Tipp: Lerne ein paar polnische Grundbegriffe wie „Dziękuję“ (Danke) und „Proszę“ (Bitte). Das wird in Krakau, besonders außerhalb der Touristenzonen, positiv aufgenommen. Englisch ist in Touristengebieten weit verbreitet, aber nicht überall.
Wie viel Zeit sollte ich für die Altstadt von Krakau einplanen?
Antwort: Für die Altstadt mit Hauptmarkt, Marienbasilika, Tuchhallen und einem Spaziergang entlang der Floriańska-Straße solltest du mindestens einen halben Tag einplanen. Wenn du den Wawel besichtigen willst, brauchst du zusätzlich drei bis vier Stunden.
Muss ich Auschwitz im Voraus buchen?
Antwort: Ja, für Auschwitz-Birkenau solltest du vorab online ein Zeitfenster buchen, besonders in der Hauptsaison. Der Eintritt ist kostenlos, aber ohne Buchung kann es sein, dass du nicht eingelassen wirst. Informiere dich auf der offiziellen Website des Museums.
Was kostet ein Tag in Krakau durchschnittlich?
Antwort: Die Kosten hängen von deinem Reisestil ab. Ein einfaches Mittagessen kostet ca. 20 bis 30 Zloty, ein Abendessen in einem mittleren Restaurant ca. 40 bis 60 Zloty. Öffentliche Verkehrsmittel sind günstig, ein 24-Stunden-Ticket kostet ca. 15 Zloty. Unterkünfte beginnen bei ca. 150 Zloty pro Nacht für ein einfaches Zimmer.
Welche Jahreszeit ist für Krakau am besten?
Antwort: Die beste Reisezeit sind Mai bis Juni und September. Dann ist das Wetter angenehm und es ist weniger voll als im Juli und August. Der Winter kann sehr kalt sein, aber der Weihnachtsmarkt in der Altstadt ist sehenswert.
Wie komme ich vom Flughafen Krakau in die Innenstadt?
Antwort: Vom Flughafen Krakau (KRK) fährt ein Zug zum Hauptbahnhof (ca. 20 Minuten). Alternativ kannst du die Buslinien 208 oder 252 nehmen. Ein Taxi kostet ca. 60 bis 90 Zloty und dauert je nach Verkehr 20 bis 30 Minuten.